Sind Introvertierte die besseren Netzwerker?

12.04.2017 | Alumni Career

By:  Stefan Züger

Ende März trafen sich über 80 Alumni zum Career Event übers Netzwerken. Nicole Frick, Geschäftsführerin der ETH Alumni Vereinigung, eröffnete den Event und betonte dabei die Wichtigkeit des persönlichen Netzwerkes, wobei sie gängige Klischees ansprach und diese hinterfragte: Sind ETH’ler eher introvertiert? Und sind Introvertierte somit die schlechteren Netzwerker? Damit war die Bühne frei für Christine Kaiser vom ETH Career Center, die den restlichen Abend spannend und interaktiv gestaltete.

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Christine Kaiser in Aktion
Christine Kaiser in Aktion

Christine Kaiser fing gleich zu Beginn mit einer Umfrage unter den anwesenden Alumni an und sammelte Pro und Kontra Argumente zum Netzwerken: Es sei spannend und bringe neue Ideen, doch was macht man mit all den neuen Kontakten und wie führt man ein gutes Netzwerkgespräch? So und ähnlich tönte es aus dem Publikum und schnell zeigte es sich, dass viele der Anwesenden nur ungerne Netzwerken.

Netzwerk als Einstellungskriterium

Christine Kaiser nahm diese Punkte auf und nannte die Gründe dafür. Biologische Unterschiede zwischen extro- und introvertierten Menschen können die Präferenzen bezüglich dem „networking“ beeinflussen. „Netzwerken ist zudem kein Talent, sondern eine Fähigkeit, die erlernt werden muss“, betonte Christine Kaiser weiter. Sie sprach zudem von der Wichtigkeit des Netzwerkens. Durch das Netzwerken unterscheidet sich eine reaktive von einer proaktiven Karrierenführung. Der Markt hat sich verändert und die Unsicherheit hat zugenommen. Ein grosses Netzwerk kann als persönliche Sicherheit dienen, denn bis zu 60-70% der offenen Stellen sind nie öffentlich ausgeschrieben. Gemäss Christine Kaiser ist nicht nur die fachliche und soziale Kompetenz, sondern auch das Netzwerk, das man erarbeitet und pflegt, ein entscheidendes Kriterium für eine gelungene Karriere.

Sind Introvertierte die besseren Netzwerker?

Wie können introvertierte oder Leute, die nicht gerne Netzwerken trotzdem gut Netzwerken und dabei auf ihre Stärke setzten? „Man sollte Authentizität zulassen und unbedingt neugierig sein – zuhören ist dabei oft wichtiger als reden. Auf jeden Fall sollte man sich überlegen, was man geben und nicht welche Vorteile man selbst erhalten kann. Geduld zahlt sich aus, und es lohnt sich, wenige dafür tiefe Gespräche zu führen.“ Laut Christine Kaiser sind diese Skills besonders bei introvertierten Personen ausgeprägt. Damit sind laut der Expertin introvertierte Personen mindestens die gleichguten Netzwerker wie extrovertierte Menschen.

Gelernt und angewandt

Nach dem spannenden und interaktiven Referat war alles bereit für den Netzwerkapéro. Das eben Gelernte wurde direkt angewandt und es entstanden viele Gesprächsgruppen. Eine Grosszahl der Alumni blieben, bis der Apéro sich dem Ende näherte und das ETH Hauptgebäude seine Türen schloss.

 
 
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23.06.2017
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