HSG meets ETH: Zur Zukunft der Medizinaltechnik

20.11.2014

Von:  Yvonne Müller

Am ersten Samstagmorgen im Oktober war es wieder soweit: HSG und ETH Alumni trafen sich, um ein spannendes Thema zu erörtern. Diesmal ging es um die Medizinaltechnik und ihre Zukunft.

Peter Vogel, Serial Entrepreneur and Director Center for Entrepreneurship (HSG), führte mit einer informativen Präsentation in das Thema ein. Er zeigte auf, was man unter Medizinaltechnik versteht und was für Produkte bereits entwickelt wurden. Anschliessend führte er aus, was für Möglichkeiten daraus für die Patienten entstehen könnten und was für ein monetäres Potential der Markt bietet. Auf neue  Entwicklungen der 3DDrucktechnik ging er noch etwas näher ein und leitete mit dem Beispiel eines 3Dgedruckten Wirbelknochens, der in China einem Jungen eingesetzt worden war, über zur Diskussion.

Regulierung funktioniert nicht schlecht

Unter der Leitung von Patrick Dümmler, Partner ConCep+ / Chief Officer Home Market Hocoma AG, diskutierten neben Peter Vogel, Kurt Ruffieux, Gründer von Degradable Solutions AG, und Harald Krug, International Research Cooperations Manager Empa. Die Diskussion
führte von der Frage, wie viel das Gesundheitssystem noch abdecken kann, über zum Thema Regulierung. Man war sich einig, dass das Regulierungssystem in Europa und in der Schweiz nicht allzu schlecht funktioniert. Dennoch werden Fortschritte, wie sie zur Zeit in Asien
möglich sind, verhindert. Gleichzeitig erwarten die Patienten immer höhere Sicherheitsvorkehrungen und noch umfangreichere Tests. Dies wiederum führt zur Frage, ob denn das Europäische System genügend sicher sei, denn schliesslich wartet man in den USA drei bis vier
Jahre länger, bis ein neues medizintechnisches Produkt akzeptiert wird.

Zu kurzer Atem?

Auf Patrick Dümmlers Frage, warum unter den 10 grössten Arbeitgebern in der Medizinaltechnik-Branche in der Schweiz fast keine Schweizer Firmen anzutreffen sind, stellte sich heraus, dass man in Amerika eine viel höhere Marge auf Medizinaltechnik-Produkten generieren kann. Dank dieser höheren Marge haben amerikanische Firmen mehr Geld in der Kasse und somit auch mehr finanzielle Möglichkeiten. Gleichzeitig tragen sie ein höheres Risiko, was oftmals durch regelmässige Zukäufe zu minimieren versucht wird. Am Ende brachten die Podiumsteilnehmer ihr Bedauern zum Ausdruck, dass man in der Schweiz zwar Innovationsweltmeister ist, aber nicht Gründungsweltmeister. Wird ein Start-Up gegründet, besteht das Ziel oftmals darin, in wenigen Jahren den Exit (Akquise durch ein grosses
Unternehmen) zu erreichen, anstatt etwas länger Geduld zu haben und dafür selber zu einem führenden Unternehmen zu werden. Auch in dieser Hinsicht haben uns die Amerikaner etwas voraus.

 
 
URL der Seite: http://www.alumni.ethz.ch/news-und-medien/news/2014/11/hsg-meets-eth-zur-zukunft-der-medizinaltechnik.html
Fri Apr 28 23:45:56 CEST 2017
© 2017 Eidgenössische Technische Hochschule Zürich