Konkurrenzlose Linsen

20.02.2015 | MAS MTEC Alumni

Von:  Valérie Clapasson

Optotune - vom ETH Spin-off zum erfolgreichen Jungunternehmen

Besuch MAS MTEC Alumni bei Optotune

„Unsere Kunden bezeichnen uns heute als den weltweiten Marktführer im Bereich der verformbaren Optik“ sagt Manuel Aschwanden, CEO von Optotune und ETH Alumnus.  Aschwanden stellt sein Unternehmen einer Gruppe von ETH Alumni der Fachrichtung MAS MTEC vor und erläutert, wie er und seine Mitstreiter es geschafft haben, vom ETH Spin-off zum erfolgreichen Jungunternehmen mit 46 Mitarbeitern zu wachsen. Die Spezialität des Unternehmens sind optische Linsen, die durch Druck oder elektrische Impulse ihre Form verändern können und so verschiedene Punkte gleichzeitig oder nacheinander fokussieren können. Das bringt enorme Vorteile in verschiedenen Bereichen.

Einfache Komponenten – komplexe Produkte

Um dies zu skizzieren, schildert CEO Aschwanden seinen Traum, in Dubai Ferien zu machen: „Am Flughafen scanne ich mein Ticket in einem Gerät, in dem Optotune-Linsen eingebaut sind. Dann mache ich ein Flughafen-Bild mit meinem Mobiltelefon – es fokussiert mit einem Zoommodul welches Optotune Technologie braucht. Anschliessend warte ich im Boardingbereich auf meinen Flug. Zum Zeitvertreib schaue ich mir die Werbespots an, die auf die Wand projiziert werden. Der Projektor funktioniert mit dem neuesten Laser Speckle Reducer von Optotune. In Dubai angekommen, übernehme ich mein Mietauto - auch da sind optische Komponenten von Optotune eingebaut.“ Das Beispiel verdeutlicht, wie vielfältig die neuartigen Produkte einsetzbar sind. „Zwar“, sagt Aschwanden, „sind unsere Komponenten immer relativ einfach und klein, aber sie ermöglichen es, komplexe neue Produkte zu entwickeln.“

MAS MTEC Alumni besuchen den Reinraum von Optotune

Neuartige Materialien führen zum Erfolg

Die Kernkomponente der innovativen Linsen ist das Material. „Es war sehr schwierig, Materialien zu finden, die nicht verdampfen, nicht gelb werden, bei tiefen und hohen Temperaturen verformbar sind“ sagt Manuel Aschwanden. „Die grösste Herausforderung für unsere Produkte ist dabei die optische Qualität. Zu Beginn konnten wir in diesem Bereich mit den Glaslinsen überhaupt nicht mithalten. In der Zwischenzeit sind wir aber ziemlich gut geworden.“ Armin Kündig, Produktions- und Einkaufsleiter und ebenfalls ETH Alumnus, bestätigt: „Um das passende Material zu finden, arbeiten wir sehr eng mit unseren Lieferanten zusammen und profitieren von deren Know-How. Dennoch ist es unabdingbar, dass wir sehr präzise verstehen, warum ein Material funktioniert und ein anderes nicht.“ Um die Geschäftsgeheimnisse zu schützen, sind die Materialien sogar intern mit Code-Namen versehen, damit nicht gleich ersichtlich ist, was es ist und von wem es kommt.

Rosige Zukunft

Optotune ist der einzige Hersteller weltweit, der solche verformbaren optischen Linsen herstellt und arbeitet somit praktisch konkurrenzlos. Es ist deshalb nicht verwunderlich, das schon manche Kaufanfragen auf dem Tisch lagen. Das sei zur Zeit jedoch kein Thema, sagt CEO Aschwanden. Grob geschätzt hält er ein weiteres Wachstum des Unternehmens um den Faktor 10 in den nächsten zehn Jahren für durchaus realistisch. Dennoch dürfen sie aber nicht locker lassen beim Entwickeln von neuen Komponenten und innovativen optischen Lösungen, denn nur so lasse sich der Erfolg aufrecht erhalten.

Info:

Optotune wurde 2008 als Spin-off der ETH Zürich gegründet. Von Beginn an setzte das Unternehmen auf Lizenzverträge und Partner und verzichtete auf Investoren. Heute ist das Unternehmen in 27 Ländern vor allem im Industrie- und Medizinmarkt tätig und beschäftigt am Standort Reppischhof bei Dietikon ZH 46 Mitarbeiter, die meisten davon mit einem technischen Hintergrund und sehr hohen beruflichen Qualifikationen, oft ETH Abgänger.

Optotune-CEO Manuel Aschwanden  
Optotune-CEO Manuel Aschwanden erklärt einer Alumni Gruppe von MAS MTEC die Produkte des ETH Spin-offs.
 
 
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23.04.2017
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