Ratschläge von «Mrs Moneypenny»

29.01.2015

Von:  Adrian Ritter, UZH Kommunikation

Karriere, Kinderwunsch, Sport und Freundschaften: Wie bringt frau heutzutage alles unter einen Hut? «Man muss Prioritäten setzen», so Heather McGregor.

Die Finanzexpertin und Buchautorin sprach Mitte Januar an der Universität Zürich auf Einladung des Zürcher Universitätsvereins vor rund 150 Alumnae der ETH und Universität Zürich – die Veranstaltung richtete sich ausschliesslich an Frauen. McGregor berichtete mit viel Humor
von ihren Erfahrungen als frühere Investmentbankerin, jetzige Leiterin einer Headhunter-Firma und gleichzeitig Mutter und Ehefrau. Seit 14 Jahren schöpft sie aus diesem Fundus auch für ihre wöchentlichen Kolumnen als «Mrs Moneypenny» in der «Financial Times». Zu ihrem Erfahrungsschatz gesellt sich eine profunde Ausbildung: McGregor hat ein MBA der London Business School und einen PhD-Abschluss der Universität Hongkong.

Auf die eigenen Ambitionen fokussieren

McGregor gab Tipps, wie man als Frau Karriere machen kann. Sie ist überzeugt, dass eine geschlechtsspezifische Betrachtung hilfreich ist: Frauen vernachlässigen im Vergleich zu Männern das Netzwerken, wollen zu sehr gefallen und haben Mühe, Nein zu sagen. Sie habe in ihrem Leben insbesondere dies lernen müssen: Delegieren und Nein sagen. Es sei nicht möglich, gleichzeitig ein toller CEO, eine tolle Mutter, Hausfrau, Kollegin und Tennispartnerin zu sein. Während Teenager ermahnt werden, Nein zu Drogen zu sagen, sei im späteren Alter vor allem das Nein zu zusätzlichen Aktivitäten angesagt.

Was man weiss und wen man kennt

Auf dem Weg nach oben gelte es zwei Arten von Kapital anzuhäufen: Humankapital und Sozialkapital. Entscheidend ist, was man weiss und wen man kennt. Sichtbar sein sollte das eigene Kapital auch im Lebenslauf. Aber Achtung: Die Personalabteilung werde sich bei der ersten Sichtung nur rund 45 Sekunden damit beschäftigen. McGregors Tipp: Geben Sie Ihren Lebenslauf jemandem zum Probelesen. «Innerhalb von 45 Sekunden muss die Person die drei wichtigsten Punkte erfasst haben.» Im Lebenslauf darf natürlich die besuchte Hochschule nicht fehlen. In Bezug auf das Alumniwesen gab sich McGregor pragmatisch. Es sei klug, als Alumna die eigene Hochschule zu unterstützen: Damit diese in den Rankings steigt – was für den eigenen Lebenslauf nützlich sei. Auch wenn nicht alles unter einen Hut zu bringen sei: «Es muss ein Leben neben Arbeit und Familie geben», betonte Mc-Gregor. Diese «dritte Dimension» erweitere nämlich sowohl das Human- wie auch das Sozialkapital. «Mrs Moneypenny» selber hat mit 47 Jahren den Pilotenschein gemacht. Sie habe dabei nicht nur neue Fähigkeiten gelernt, sondern auch Menschen getroffen, mit denen sie sonst nicht in Kontakt gekommen wäre.

 
 
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