Firmenbesuch beim Traditionsbetrieb Landis+Gyr

10.03.2015 | MBA SCM Alumni

Von:  Frank Nungesser

Ende Januar 2015 traf sich der ETH Alumni Fachverein MBA SCM zum ersten Firmenbesuch des Jahres bei Landis+Gyr in Zug.

Der Schweizer Traditionsbetrieb ist führend in der Entwicklung, Herstellung und dem Vertrieb von Messgeräten für Energie, Wasser und Wärme und bietet zudem Energie-Managementlösungen für seine Kunden an. Der Zuger Standort, an dem das Unternehmen vor über hundert Jahren gegründet wurde, ist ein äusserst modernes Produktionswerk, das Versorgungsunternehmen in der ganzen Welt mit High-Tech-Produkten beliefert. ETH Alumnus Matteo Birolini, Leiter Supply Chain Management am Standort Zug, begrüsste die Gruppe und stellte die Firma zuerst anhand einer kurzen Präsentation vor. Die Energiezähler von Landis+Gyr lassen sich mit über 2000 Parametern vielfältig konfigurieren. Jeder industrielle Kunde möchte seine Sonderwünsche umgesetzt haben, so dass man nicht von Massenware sprechen kann.

Massgeschneiderte Lösungen

Landis+Gyr ermöglicht den Kunden individualisierte Anpassungen, nicht nur in Form der Zusammensetzung und Bestückung der Hardware eines Messgerätes, sondern auch bei der Gestaltung, beispielsweise mit einem kundenspezifischen Logo oder Installationshinweisen für den Techniker. Die Energiezähler werden spezifisch hergestellt (Make to Order). Wie es bei dieser Vielzahl an Spezialanfertigungen möglich ist, dennoch das Prinzip des Lean Managements umzusetzen, konnten wir in der anschliessenden Betriebsbesichtigung beobachten.

Neues Produktions- und Logistikkonzept

Matteo Birolini erläuterte zudem die Herausforderung der letzten Monate, welche auch Thema seiner prämierten Masterarbeit war: Die benachbarte Firma Siemens beanspruchte zusätzliche Fläche für ihren Ausbau, sodass sich die «nur» eingemietete Landis+Gyr ein neues Produktions- und Logistikkonzept überlegen musste. Der Umbau wurde als Chance wahrgenommen. Mit Hilfe eines 3rd-Party Logistics Providers wurde ein neues System erarbeitet, wobei mit MilkRun, Supermarkt und Kanban gleich mehrere Methoden umgesetzt wurden, die wir auch im Studium kennen gelernt hatten. Die erst kürzlich errichtete Produktionsfläche enthält zudem klassische Konzepte der Inselphilosophie. Bei so vielen bekannten Elementen aus dem Studium entstand natürlich eine rege Diskussion über Umsetzungsmöglichkeiten und alternative Lösungen. Aber auch über die Vor- und Nachteile des Produktionsstandorts Schweiz wurde diskutiert, gerade auch mit Blick auf die Währungskursentwicklung der letzten Wochen. Die vielen Fragen und spannenden Gespräche zeigten, dass die Besucher nicht nur sehr interessiert waren, sondern dass der fachliche Austausch dem Niveau gut ausgebildeter Praktiker entsprach.

 
 
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Mon May 29 07:53:12 CEST 2017
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