FREITAG - eine Zürcher Erfolgsgeschichte

03.06.2015 | Materials Alumni

Von:  Sara Morgenthaler

Am 19. Mai fanden sich 20 Materials Alumni beim Gewerbehaus Noerd in Oerlikon ein, um mehr über die Zürcher Firma FREITAG zu erfahren. Die Erfolgsgeschichte begann Anfang der 90er Jahre als die beiden Brüder Markus und Daniel Freitag für den Eigenbedarf die erste der heute so beliebten funktionellen Taschen entwarfen.

Als fahrradfahrende Grafikdesigner mussten die beiden Brüder viel Papier transportieren, eine wasserabweisende und robuste Tasche zu finden war aber schwer. Kurzerhand entwickelten sie eine eigene aus gebrauchten LKW-Planen.. Heute, 20 Jahre später, produziert die Firma FREITAG in Oerlikon über 40 verschiedene Taschenmodelle und seit neustem auch kompostierbare Kleidung.

Nach einer kurzen Einführung in die Geschichte der Firma wurden wir von Anja, Mitarbeiterin bei FREITAG, durch das Gebäude geführt. Auch dieses wurde robust und ressourcenschonend gebaut, sogar das Regenwasser wird gesammelt und für das Waschen der LKW-Planen wiederverwendet. Mit dem Einkauf der Planen sind fünf Mitarbeiter beschäftigt. Langfristig gutes Ausgangsmaterial zu beschaffen ist eine Kunst – die Planen sind nämlich viele Jahre im Einsatz bevor sie zu Taschen vernäht werden. Ausserdem eignet sich nicht jede Plane gleichermassen, gesucht werden seltene Farben und vielseitige Designs.

In der grossen Fabrikationshalle werden die Planen von Zusatzmaterial wie Gurten und Ösen befreit, gesichtet und in handlichere Stücke geschnitten. Danach geht es in die moderne, eigens für Freitag angefertigte Waschanlage, die möglichst ressourcenschonend mit Regenwasser wäscht. Ganz ohne Chemikalien geht es aber beim hartnäckigen Strassendreck nicht – die Waschmittelmischung ist jedoch streng geheim. Nach dem Trocknen werden die Planen nach Farben sortiert und an die Designer im Obergeschoss weitergegeben. Diese schneiden möglichst einzigartige und farblich passende Teile zu. Nach diesem Arbeitsschritt verlassen die Planen die Fabrik in Oerlikon für kurze Zeit und werden in verschiedenen, hauptsächlich europäischen Nähereien verarbeitet. Zur finalen Qualitätsprüfung kommen die Taschen wieder zurück nach Zürich, wo die Unikate fotografiert und an die verschiedenen Stores weltweit verschickt werden.  Als Highlight der Führung durften wir zum Schluss sogar einen Blick in die Designabteilung werfen, wo verschiedene Prototypen in Entwicklung sind.

Die sehr unterhaltsame Führung hat uns einen spannenden Einblick in die verschiedenen Schritte der Prozesskette vermittelt und den einen oder anderen im Anschluss zum Kauf einer (weiteren) Tasche aus dem Fabrikladen inspiriert.

 
 
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Thu Mar 23 05:21:57 CET 2017
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