Brennpunkt Altersvorsorge – Informationen & Lösungsansätze aus liberaler Sicht

21.09.2015 | Process Alumni

Von:  Raymond Morand

Müssen wir bis 70 arbeiten? Leben die Rentner auf Kosten der Jungen? Geht die Reform von Bundesrat Alain Berset in die richtige Richtung? In Zeiten von Negativzinsen und sinkender Umwandlungssätze gewinnen diese Fragen nicht nur für die Generation 50+ an Bedeutung. Am September-Stamm der Fachgruppe Process Alumni, der Verfahrenstechnik Ingenieure, wurden diese und weitere Fragen beantwortet. Der Anlass war rege besucht und fand diesmal im Restaurant Falcone in Zürich Wiedikon statt.

Der Präsident der Fachgruppe Reto Meili eröffnete den Abend und stellte den Referenten vor. Der Alumni Jérôme Cosandey beschäftigt sich seit 2011 beim Think Tank Avenir Suisse mit Fragen rund um die Alterspolitik. Er führte in seinem Referat spannend und informativ in die Thematik ein und vermittelte Hintergrundinformationen sowie mögliche Lösungsansätze aus liberaler Sicht.

Die wichtigsten Kernaussagen aus dem Referat von Cosandey kurz zusammengefasst

 

  • Falls die Organisation der AHV bis ins Jahr 2030 unverändert bleibt, erwirtschaftet sie ein Defizit von 9 Mia. bei 40 Mia. CHF Ausgaben für Renten pro Jahr. Diese Summe entspricht 2.0 Prozent der jährlichen Lohnbeiträge oder einer 2.5-prozentingen Erhöhung der Mehrwertsteuer. Reformen sind also dringend notwendig.
  • Ein flexibles Rentenalter ist auf jeden Fall notwendig, wobei der Zielwert bei 65 Jahren liegt. Eine zusätzliche Erhöhung wäre sinnvoll, aber politisch schwierig umsetzbar.
  • Sowohl bei der AHV wie auch bei der Pensionskasse sollten die Sparbeiträge respektive die Anzahl Beitragsjahre erhöht werden. Die Pensionskasse könnte beispielsweise bereits ab dem 18. Lebensjahr Beiträge einfordern. 
  • Jeder Versicherte soll die freie Wahl bei der Vorsorgeeinrichtung haben. Der Umwandlungssatz könnte zusätzlich durch jeden Stiftungsrat frei festgelegt werden. Dies würde die Konkurrenz unter den Anbietern fördern.
  • Wünschbar, wenn auch politisch schwierig umsetzbar, wäre eine Kopplung der Renten an die Einnahmen, sowie dies in Schweden gemacht wird.
  • Die Reform „Altersvorsorge 2020“ des Bundesrates geht in die richtige Richtung, allerdings mit kleinen Schritten.

Anschliessend an das Referat fand eine Diskussion mit allen Teilnehmern statt. Es entstand ein interessantes Gespräch zu den aktuellen Fragen der Alterspolitik. Der Diskussionsleiter Reto Meili musste die Gespräche aktiv beenden, sodass noch genügend Zeit für den Apéro Riche blieb. Während diesem konnten sich die Teilnehmer weiter unterhalten und erhielten die Möglichkeit, dem Referenten direkt Fragen zu stellen.

Zusammenfassend war dieser Anlass der Process Alumni ein rundum gelungener Abend, der viel Gesprächsstoff zu einem Thema lieferte, das alle betrifft, und  den gegenseitigen Austausch zwischen den Mitgliedern intensivierte.

Das Process Alumni Netzwerk stärken

Die Fachgruppe Process Alumni fördert Kontakte, den Erfahrungsaustausch unter Berufskolleg/innen sowie das Networking unter den Mitgliedern - insbesondere auch zwischen Industrie und Hochschulen (ETH & FH). Die unterschiedlichen Tätigkeitsbereiche der Mitglieder - selbständige Ingenieure, KMU, Schulen, Verbände bis hin zu globalen Konzernen - ermöglichen Einblicke in das weite Berufsfeld von (Verfahrens-) Ingenieur/innen. Die von den Process Alumni organisierten Referate zu aktuellen technischen, wirtschaftlichen und sozialen Themen dienen der Weiterbildung und Erweiterung des Horizonts. Weiter werden regelmäßig Exkursionen und Firmenbesuche organisiert, die einen spannenden und oft exklusiven Einblick in die Praxis von Berufskolleg/innen ermöglichen. Daneben sollen aber auch Kameradschaft und Geselligkeit nicht zu kurz kommen.

 
 
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