Über die Energieeffizienz von Waschmaschine und Trockner

10.09.2015 | Alumni Chapter Singapore

Von:  Katja Fink

Renate Schubert ist Professorin für Nationalökonomie und Leiterin des Institute for Environmental Decisions (IED) an der ETH Zürich. Während ihrem einmonatigen Aufenthalt in Singapur nahm sich Schubert die Zeit, das ETH Alumni Singapore Chapter zu besuchen und ihnen ihre aktuellen Forschungsprojekte im Bereich der Nutzung energieeffizienter Geräte vorzustellen. 

Neben ihrer Professorenstelle wurde Renate Schubert kürzlich zu einer der Hauptuntersuchungsleiter für das Projekt Future Resilient Systems (FRS) des Singapore ETH Centre (SEC) ernannt, für welches sie einen Monat nach Singapur kam. Schubert präsentierte dem ETH Alumni Singapore Chapter an einem informellen Get-together ihre aktuellen Projekte im Bereich der Energieeffizienz und thematisierte auch die aktuelle Lage in Singapur und ihre weiteren Vorhaben im Stadtstaat.

Schubert behandelte in ihrer Präsentation mit dem Titel “Energy Labels vs. Regulation – How to Reduce the Number of Inefficient Electric Applicances in Private Households“ unterschiedliche Aspekte der effizienten Energienutzung. Sie stellte dem Publikum anerkannte Energielabels vor, die weltweit genutzt werden und ging auf die Themen Verbraucherbewusstsein, Verbraucherentscheidungen und genereller Energiekonsum in Haushalten ein. „Überraschend ist, dass die Nutzung von Licht nur 1.5% des Energieverbrauchs in einem Haushalt ausmacht. Richtig schwer ins Gewicht fallen hingegen Waschmaschinen und Trockner“, erläuterte Schubert. Konsumenten in der Schweiz seien jedoch gut informiert über die Kosten der Elektrizität und reagieren auf Aufkleber, die die potentielle Energieeinsparung bei teureren, aber effizienteren elektronischen Geräten angeben.

Renate Schubert  
Renate Schubert

Obwohl es auch in der Schweiz noch viel Verbesserungspotential gibt, waren sich die Alumni während der anschliessenden Diskussion einig, dass in Singapur noch einiges an Aufholbedarf besteht. „Singapur befindet sich im besten Fall noch in den Kindsschuhen, was das Wissen und die Nutzung energiesparender Massnahmen betrifft“, so Schubert. Es gibt viele Etiketten, die die Energieeffizienz von elektronischen Geräten anzeigen. Diese werden aber grösstenteils ignoriert. Was in Singapur zählt, ist das Preisschild. Obwohl sich die Bevölkerung bewusst ist, dass die Energieressourcen nicht unendlich sind und nicht verschwendet werden sollten, wird dieses Wissen nicht in der Praxis umgesetzt. „Singapur hat eine extrem schnelle und steile Entwicklung hinter sich. Vor 40 Jahren lebte der Grossteil der Bewohner Singapurs noch in Kampongs (traditionelle Dörfer) und die Menschen kamen oft ganz ohne Elektrizität aus. Es ist also nicht verwunderlich, dass Energiesparmassnahmen noch nicht zuoberst auf der Prioritätenliste stehen“, erläuterte ein Alumni in der Gruppendiskussion.

Ein Teil der Forschung von Renate Schubert am SEC fokussiert sich auf den Konsumenten in Singapur. Es wird untersucht, wie Konsumenten in Singapur auf Energielabels reagieren und was sie zu einem sparsameren Umgang mit Energie motiviert.

Die ETH Alumni freuen sich auf Neuigkeiten aus diesen Studien - hoffentlich im Rahmen eines weiteren gemütlichen ETH Alumni Abends.

Das Singapore Chapter trifft sich am 28. September 2015 zu einem Abendessen im Nas Lemak Kukus. Und das nächste informelle Zusammentreffen im Rahmen von ETHSG findet am 12. November 2015 statt.

 
 
URL der Seite: http://www.alumni.ethz.ch/news-und-medien/news/2015/09/ueber-die-energieeffizienz-von-waschmaschine-und-trockner-.html
Mon Apr 24 22:58:24 CEST 2017
© 2017 Eidgenössische Technische Hochschule Zürich