Alumni-Sinfonieorchester - Konzert vor grandioser Bergkulisse

13.10.2015 | Alumni Sinfonieorchester

Von:  Richard Maurer

Am 27. September 2015 führte das Alumni-Sinfonieorchester nach einem Probewochenende sein neues Konzertprogramm im Eventzelt Rigi Staffel auf.

Zweimal pro Jahr können interessierte Alumni und Freunde der klassischen Musik das Alumni-Sinfonieorchester, das ausschliesslich aus Laienmusikern besteht, live erleben. Ende September gab das Orchester zum vierten Mal ein Konzert auf der Rigi. Den Anfang machte das Stück Prélude pour la Princesse lointaine von Tcherepnin. Anschliessend interpretierte die Sopranistin Bénédicte Tauran, die kurzfristig für die erkrankte Rachel Harnisch einsprang, die Vier letzten Lieder von Richard Strauss. Als drittes Werk spielte das Orchester die erste Sinfonie von Johannes Brahms. Mit dem Alphornmotiv im letzten Satz der Choral und der musikalischen Entwicklung aus der Schicksalstonart C-Moll nach C-Dur ist Brahms Sinfonie nicht nur wie geschaffen für die Sonnenaufgänge auf der Rigi, sondern erinnert an die im 19. Jahrhundert so bedeutungsvolle Metapher „per aspera ad astra“ (durch Nacht zum Licht). Die Genialität des Werks stellt die Anmassung Wagners in die Abstellkammer der Kulturgeschichte. Er nannte die Symphoniker nach Beethoven nämlich pauschal und respektlos „Menschen, die uns auf eine oft reizend umständliche Weise mitteilen, dass sie uns nichts zu sagen haben."

Die Zuschauer waren begeistert von der Qualität der Musik und dem einzigartigen Ort, an dem das Konzert stattfand. „Das war wahrlich eine Sternstunde der klassischen Musik“, betonte ein gestandener Klassikfan.

Logistischer Grossaufwand

Die Konzerte auf der Rigi sind seit geraumer Zeit Bestandteil des Alumni-Sinfonieorchesters. Mit Johannes Schläfli, Professor für Orchesterleitung an der Zürcher Hochschule der Künste und Chefdirigent in Mannheim, am Dirigentenpult, übt das Orchester symphonische Werke des 19. und 20. Jahrhunderts ein. Die Programme enthielten bis anhin stets einzigartige Kompositionen, die kaum besser zur eindrücklichen Gebirgswelt der Rigi passen könnten. Erinnert sei an die Alpensinfonie von Richard Strauss, an Also sprach Zarathustra, an die Morgenstimmung von Grieg, die Alphornkonzerte oder die erste Sinfonie von Gustav Mahler. Dabei ist der logistische Aufwand für die Dislokation der Instrumente und weiterer Utensilien aus Zürich erheblich. Allein für den Transport des Materials wird jeweils ein Extrazug benötigt. So waren für die Aufführung der Alpensinfonie neben der klassischen Orchesterbesetzung (u.a. mit 12 Hörnern und, 8 Kontrabässen!) auch Wind- und Donnermaschine, Herdengeläute, Glockenspiel, Becken, mehrere Trommeln, zwei Harfen, Orgel und Celesta notwendig.

Musiker mit Herz

Wie ist es erklärbar, dass über 90 Alumni aus der ganzen Schweiz regelmässig den Aufwand auf sich nehmen, um jährlich zwei Projekte mit Aufführungen in der Tonhalle Zürich, in Frauenfeld, St. Gallen, Basel oder im KKL Luzern einzustudieren? Motive sind die ausgewählten musikalischen Werke, die anfeuernde Probenarbeit von Johannes Schlaefli, das hohe technische und musikalische Niveau und die Möglichkeit, Solistenpartien zu übernehmen Zudem ist für viele der Anreiz gross, in der Tonhalle Zürich, - einer der weit herum bestklingenden Konzertsäle - auftreten zu können. Dazu kommen die zwischenmenschlichen Begegnungen. Als besonderer Reiz erweist sich, dass sich alle Orchestermitglieder von einem anderen Arbeitsplatz und aus gänzlich unterschiedlichen Berufen zur gemeinsamen Probenarbeit zusammenfinden. Auf der Rigi wirken zudem regelmässig GastmusikerInnen aus Brasilien mit.

Internationales Publikum

Da kann es schon mal vorkommen, dass ein renommierter Musikkritiker aus Wien von Rigi-Kulm herunterwandert, verwundert horchend stehen bleibt und sich dann im Eventzelt die Probenarbeit zur ersten Mahler-Sinfonie anhört - beeindruckt ob dem Engagement und dem hohen technischen und musikalischen Niveau des Alumni-Sinfonieorchester.

 
 
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