AMPARD: Günstiger, sauberer und selber produzierter Strom dank Schwarmspeicher

20.11.2015 | MAS MTEC Alumni

Von:  Daniela Häni

Die Stromkosten für den Privatmarkt dürften vorab aufgrund der steigenden Kosten für die Netzinfrastruktur und staatlicher Eingriffe auch in Zukunft kontinuierlich steigen. Zudem wird der private Stromverbrauch tendenziell nicht ab, sondern zunehmen. Welche  Möglichkeiten bieten sich nun Privatpersonen zu sauberem und günstigem Strom zu kommen? Alumni der Fachgruppe MAS MTEC liessen sich dazu von Philipp Eisenring, Executive Chairman von Ampard, ins Thema einführen.

Philipp Eisenring, Executive Chairman von Ampard  
Philipp Eisenring, Executive Chairman von Ampard

Hauseigentümer an sonnigen Lagen haben die Möglichkeit via Photovoltaik (PV) Strom selber und sauber zu produzieren. Die Anschaffungskosten belaufen sich heute ohne Einmalvergütungen oder Subventionen auf zirka 22 Rappen pro Kilowattstunde (Rp/kWh), unter Berücksichtigung der Einmalvergütung auf zirka 15 Rp/kWh. Das bedeutet, dass die Photovoltaik-Anschaffungskosten bereits heute tiefer liegen, als die Beschaffungskosten für Strom aus dem Netz. Allerdings werden heute aufgrund der zeitlichen Verschiebung von Erzeugung und Konsum im Normalfall nur ca. 30% dieses Stromes direkt selber genutzt, der Rest wird ins Netz eingespiesen. Will man 70% oder mehr des eigenen Strombedarfs mit selbstproduziertem PV-Strom decken und damit 70% der Netzgebühren sowie Energieumlagen sparen, bedarf es eines eigenen Speichers.

Effizientere Stromnutzung durch intelligente Schwarmspeicher

AMPARD ist ein komplettes Energie-Management-System für Solarstromspeicher. Es steuert sämtliche Elemente der Photovoltaikanlage und optimiert den Eigenverbrauch. Aus der eigenen Stromgewinnung kann so das Maximum herausgeholt werden. Bei 10 kWh Batteriekapazität kann mit intelligenter Steuerung rund zwei Drittel des Jahresstromverbrauchs eines durchschnittlichen Einfamilienhauses mit selbst produziertem Strom abgedeckt werden. Leider sind die dafür zu verwendenden Speicherbatterien derzeit in der Beschaffung aber noch verhältnismässig teuer. Hier setzt nun die Geschäftsidee von AMPARD an. Ein Speicher zur Erhöhung des Eigenverbrauchs verfügt oft über freie Kapazitäten oder hat schlicht „nichts zu tun“. AMPARD vernetzt die Speicher, aggregiert die freien Kapazitäten und nutzt diese, um das Stromnetz mit sogenannter Regelleistung zu stabilisieren. Die Regelleistung ist jene Energiereserve, auf die bei unvorhergesehenen Schwankungen im Stromnetz kurzfristig zurückgegriffen werden kann.) AMPARD darf also diese Batterie-Speicherleistung aktiv managen und so werden aus „dummen“Einzelbatterien intelligente Schwarmspeicher. Als Gegenleistung vergünstigt AMPARD dem Hauseigentümer den Kauf einer Batterie substanziell.

Dezentrale Lösungen sind gefragt

Wieso dieses grosse Interesse an der Speicherleistung? Die Welt der grossen Stromerzeuger wie Kernkraft und Grosswasserkraftwerke verändert sich aufgrund des rapiden Zerfalls der Erzeugungskosten von Wind und Sonnenstrom dramatisch. Grosskraftwerke waren in der Vergangenheit die klassischen Lieferanten von Regelleistung. Aufgrund des weltweiten Trends zu mehr Wind- und Solarstrom weisen diese jedoch immer tiefere Auslastungen auf. Der ökonomische Betrieb solcher Grosskraftwerke ist zunehmend gefährdet. Aus diesem Grund sind dezentrale Lösungen zur Netzstabilisierung gefragt. Kleinspeicher von Privatbesitzern erweisen sich als besonders geeignet dazu. Konkret funktioniert das Konzept von AMPARD folgendermassen: Der Eigenheimbesitzer schliesst mit AMPARD einen Nutzungsvertrag ab und erlaubt es dem Unternehmen, seinen Batteriespeicher intelligent zu steuern und zu nutzen. Dafür beteiligt sich AMPARD an den Investitionskostender Batterien.. Zudem spart der Eigenheimbesitzer Netz- und Stromkosten, weil er dank seinem Speicher doppelt so viel der selbsterzeugten Energie selber nutzen kann. Als netter Zusatznutzen kann der Eigenheimbesitzer über das AMPARD Steuerelement seine Stromproduktion, den Verbrauch und den Bezug von Drittstrom laufend online verfolgen. Eigenheimbesitzer können somit dank AMPARD günstigen, sauberen und selbst produzierten Strom besser nutzen und leisten zudem einen aktiven Beitrag an die Netzstabilität.

AMPARD wurde 2011 als Zwei-Mann-Unternehmen gegründet und zählt derzeit zehn Mitarbeitende. Ein wichtiger Meilenstein wurde 2014 erreicht mit der Präqualifikation als Anbieter im Regelleistungs­markt. AMPARD gewann zudem mehrfache Auszeichnungen (Top 100 Startup, CTI Start-up Label, venture leaders) und wurde für den Jungunternehmerpreis der W.A. de Vigier Stiftung nominiert. AMPARD konnte in einer ersten Finanzierungsrunde die ZKB und die BKW als Aktionäre gewinnen.

Im Rahmen einer Veranstaltung der Alumni Fachgruppe MAS MTEC am 22. September 2015 hielt Philipp Eisenring, Executive Chairman von Ampard, einen Präsentation über die innovative Lösung von Ampard.

 
 
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