Exkursion ins “Center for Space and Habitility”

27.11.2015 | OG Basel Alumni, OG Bern Alumni

Von:  Hans Baumann

Am 27.11.2015, trafen sich Mitglieder der OG Basel und Bern zum Besuch im „Center for Space and Habitility“ der Uni Bern. Frau Prof. Kathrin Altwegg, Leiterin der Rosetta Mission der ESA, stellte den Gästen die wichtigsten Ergebnisse des Rendezvous von Rosetta mit dem Kometen Churyumov-Gerasimenko von Mitte 2014 vor. Rosetta galt als Eckpfeiler-Mission der ESA – sie wurde mit einjähriger Verzögerung im März 2004 gestartet. Mit dem Experiment Rosina ist die Uni Bern an dieser Mission beteiligt.

Beeindruckend schon der Einstieg des Referats: Von der Planung einer solch komplexen Weltraum-Mission bis zur Auswertung der Daten dauert es fast ein „Forscherleben“ – über den Daumen gepeilt 40 Jahre (10 Jahre Planung, 10 Jahre Realisierung, 10 Jahre Flugzeit und schliesslich 10 Jahre Auswertung der Daten). Nach langer Flugzeit und einem „Winterschlaf“ der Instrumente, bei dem nicht 100% klar war, ob alle Instrumente wieder „aufwachen“ würden, kam im Frühsommer 2014 die Zeit der Erweckung. Grosse Freude und Erleichterung in Darmstadt  (ESA/ESOC) und Bern, als das erste Signal nach dem „Winterschlaf“ empfangen wurde! Im August 2014 dann die Annäherung an den Kometen; seit diesem Moment an „erschnüffelt“ Rosina den Kometen und liefert wertvolle Daten.

Schreckensmoment nach der Landung

Die „hantelartige“ Form des Kometen sowie technische Probleme (die „Harpunen“ des Landers lösten beim Aufprall nicht aus) liessen Rosina nach der Landung auf dem Kometen an einen ungünstigen (schattigen) Platz hüpfen – sehr zum Schrecken aller! Doch nach einigen Wochen und veränderter Sonneneinstrahlung kam schliesslich das „Hallo“ der Sonde. Seither liefert Rosina (Rosetta Orbiter Spectrometer for Ion and Neutral Analysis) zuverlässig Daten. Ein Duplikat des doppelt fokussierenden Massenspektrometers (DFMS) auf Rosina wurde den Teilnehmern von Frau Dr. Jaeckel im Institut vorgeführt. Herr Dr. Seiferlin vom CSH zeigte zudem, wie die einzelnen Komponenten auf der Erde unter staub- und keimfreien Bedingungen getestet und zusammengesetzt wurden. Hier besitzt das Physikalische Institut der Uni Bern eine über Jahrzehnte hinweg aufgebaute Kompetenz, die ihresgleichen sucht und zu den Mondflügen der NASA in den 1970er Jahren zurückreicht.

Ausklang beim gemeinsamen Essen

Nach den für Laien bestens verständlichen Ausführungen von Frau Prof. Altwegg und den jeweils 40 Min. dauernden Führungen durch die Labors mit Dr. Jaeckel und Dr. Seiferlin begaben sich jene Mitglieder aus Basel und Bern, die keine weiteren Verpflichtungen hatten, gegen 17 Uhr in ein Restaurant, um den Abend bei Gesprächen ausklingen zu lassen. Ein herzliches Dankeschön insbesondere an Werner Zuercher, Ulrich Meier und Peter Glättli von der OG Bern.

 
 
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Tue Apr 25 05:00:57 CEST 2017
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