Menschenmagnet EXPO`15

23.11.2015 | OG Ticino Alumni

Von:  Rudi Belotti

An einem Samstag Anfang September machten sich die Alumni der Ortsgruppe Ticino auf den Weg nach Mailand an die EXPO’15. Die rund 40 Teilnehmer wurden in die Geschichte der menschlichen Ernährung eingeführt und lernten, welche vier Nahrungsmittel die Schweiz kennzeichnen.

Bereits um 07:30 Uhr bestiegen die ersten Teilnehmer in Faido TI den Bus, der sie an die Weltausstellung in Mailand brachte. In Biasca, Bellinzona, Lugano und Mendrisio stiegen weitere Alumni zu, bis die Gruppe mit rund  40 Teilnehmern komplett war. Bereits auf dem Parkplatz der EXPO wurde deutlich, dass viele andere Leute das gleiche Ziel hatten, unzählige Leute standen bereits bei den Sicherheitskontrollen an. Trotz der riesigen Menge an Besuchern, schien das ganze System jedoch gut organisiert zu sein. So konnten die Alumni nach einer knappen Stunde Wartezeit das  EXPO Gelände betreten, wo unter dem Thema „Feeding the Planet, Energy for Life“ 145 Länder an der Ausstellung mitwirken. Jedes Land entwickelte einen Pavillon, der das Thema aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet und so den Besuchern umfassende Einblicke ermöglicht.  Neben dem Ausstellungsthema war auch die Architektur der unterschiedlichen Länderpavillons sehr beeindruckend. Azerbaijan beispielsweise baute eine Biosphäre nach und Malaysia stellte in vier extra angefertigten Riesenkapseln, die an Samenkörner erinnerten, aus.

Einführung in die Ernährungsgeschichte im Padiglione Zero

Der länderübergreifende Pavillon Padiglione Zero bot den Besuchern eine Einführung in den gesamten Themenbereich. Er zeigte auf, wie die Welt auf den heutigen Stand der Ernährungsproduktion kam. Vor der Industrialisierung hatte der Mensch durch den eigenen Anbau von Getreide, Obst und Gemüse die Kontrolle über alle Bereiche der Nahrungsmittelproduktion. Mit der Tierzucht wurden dann die ersten Grundlagen für die Massenproduktion von Fleisch gelegt. Die Ausstellung im Padiglione Zero behandelte aber auch, den Lebensmittelhandel, die Überproduktion von Lebensmitteln in den industrialisierten Länder und die Schwierigkeiten derer Verteilung. So werden in den industrialisierten Ländern viele Ressourcen verschwendet. Zugleich leiden viele Menschen in armen Ländern  an einer Hungersnot. Gemäss Hochrechnungen, würde die heutige Gesamtproduktion von Lebensmitteln für alle Menschen der Erde ausreichen, wenn wir nur in der Lage wären, sie besser zu verteilen.

Padiglione Svizzero: Ein soziales Experiment mit Nahrungsmitteln

Auf einer geführten Tour erkundeten die Alumni anschliessend den Padiglione Svizzero und konnten so den Beitrag der Schweiz zu dieser Weltausstellung hautnah miterleben. Der Hauptteil des Schweizer Pavillons besteht aus vier Türmen auf jeweils vier Stockwerken. Die einzelnen Stockwerke sind zu unterschiedlichen Zeiten abwechselnd geöffnet. Die vier Türme des Pavillons waren am Anfang der Weltausstellung gefüllt mit Kaffee, getrockneten Apfelrondellen, Salz und Wasser. Diese vier Elemente charakterisieren die Schweizer Lebensmittelproduktion, dennoch sind sie nicht die ersten Nahrungsmittel, die man üblicherweise mit unserem Land assoziiert. Die Idee der vier Türme war, dass jeder Besucher beliebig viele Einheiten mitnehmen durfte. Die Nahrungsmittel wurden aber nicht nachgefüllt, wenn die Türme leer sind. Das kulinarische Angebot war also gleichzeitig ein interessantes soziales Experiment: Denken die Leute auch an zukünftige Besucher oder nehmen sie, so viel sie gerade Lust haben, ohne auf andere Rücksicht zu nehmen? Die Alumni besuchten an jenem Tag das erste der vier Stockwerke – Wasser und Apfelrondellen, die auf diesem Stockwerk angeboten wurden, waren bereits aufgebraucht.

Ernährung – ein Thema, dass alle betrifft

Aufgrund der grossen Anzahl Besucher konnten die ETH Alumni nur eine reduzierte Anzahl der Pavillons besuchen. Am Ende des Tages waren die Erfahrungen dennoch beindruckend: das EXPO’15 Dispositiv war gut organisiert, das Thema sehr interessant und aktuell und erzeugte viele Diskussionen. Ernährung ist lebenswichtig und dieser Ausflug war eine Gelegenheit etwas mehr über die Komplexität dieses Themas zu erfahren und darüber zu reflektieren.

Das Motto der Ausstellung „Feeding the Planet, Energy for Life“ bildet das Bindeglied zur nächsten Weltausstellung Expo’17 in Astana (Kasachstan): „Future Energy“. Auch dieses Thema bildet einen engen Bezug zur ETH.

 
 
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24.03.2017
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