Joanna Houska: „Die ETH bietet ein hervorragendes Lern- und Arbeitsumfeld, das im Ausland schwer zu toppen ist“

04.01.2016 | Alumni Porträts

Von:  Muriel Fischer

Joanna Houska, Inhaberin des Stipendiums der ETH Alumni Vereinigung für das Jahr 2015/16, hat diesen Sommer ihren Bachelor in Umweltnaturwissenschaften abgeschlossen. Momentan absolviert sie im Rahmen des Masterstudiums ein Praktikum in Lancaster. Die 23-Jährige erzählt im Interview von ihrer Arbeit, wie ihre Zukunftspläne aussehen und welche Bedeutung die ETH Zürich für sie hat.

Joanna Houska
Joanna Houska bei ihrer Arbeit im Labor

Du hast kürzlich dein Bachelorstudium an der ETH abgeschlossen. Wieso hast du dich für das Studium der Umweltnaturwissenschaften entschieden?

Ich war schon immer sehr interessiert an allen Disziplinen der Naturwissenschaften, insbesondere die Chemie fand ich sehr spannend. Daher kam natürlich Anfangs auch ein Chemiestudium für mich in Frage. Jedoch überzeugte mich schliesslich die breite Fächerkombination der Umweltnaturwissenschaften. Das interdisziplinäre Fach behandelt Grundlagen der Mathematik, Physik, Chemie und Biologie, beleuchtet aber auch Gebiete der Wirtschaft und versucht zudem, all diese Disziplinen zu kombinieren, das fand ich sehr spannend. Zudem hatte mein Lieblingslehrer, der an meiner Kantonsschule Chemie unterrichtete, Umweltnaturwissenschaften studiert. Somit fiel mein Entscheid wohl auch ein bisschen deswegen.

Momentan bist du in England für ein Praktikum. In welchem Bereich absolvierst du das Praktikum?

Ich bin als Visiting Researcher an der Universität in Lancaster im Environment Centre tätig. Der Inhalt des Praktikums ist sehr vielseitig. Dabei arbeite ich mit stabilen Isotopen von Baumringen und Stalagmiten. In einem Projekt geht es darum, die besten Bedingungen zur Vorbereitung des Holzpulvers für die spätere Sulphur-Isotopenanalyse zu finden. In den anderen zwei Projekten analysiere ich die Proben von Baumringen und Stalagmiten am Massenspektrometer, um Rückschlüsse auf vergangene Umweltbedingungen zu ziehen. Nebenbei assistiere ich bei verschiedenen Vorlesungen meines Betreuers und begleite den Labortechniker, bei dem ich viel Neues über die Instrumente im Labor lerne.

Kannst du das im Studium gelernte Wissen auch tatsächlich umsetzen?

Das Wissen über die Maschinen im Labor, dass ich mir während dem Studium angeeignet habe, kann ich gut gebrauchen bei meiner Arbeit, weil ich mir vorstellen kann wie die Maschine funktioniert. Im Studium haben wir zudem gelernt, mit den Programmen Matlab und Excel umzugehen. Dies hilft mir zum Beispiel, wenn ich die Studenten beim Umgang mit diesen Programmen unterstützen muss. Auch die naturwissenschaftlichen Grundkenntnisse helfen mir bei meiner Arbeit im Labor und beim Schreiben der Berichte. Ansonsten ist es eher ein Aufgreifen von Wissen oder ein Anwenden von Erfahrungen, die ich sowohl an der ETH wie auch im weiteren Alltag gemacht habe. Beim Schreiben der Bachelorarbeit habe ich beispielsweise gelernt, meine Arbeit zu koordinieren und selbstständig zu erledigen. Diese Qualitäten helfen mir ganz klar auch im jetzigen Berufsalltag.

Wie sehen deine Pläne nach dem Praktikum aus? Kommst du wieder zurück in die Schweiz oder siehst du deine berufliche Zukunft eher im Ausland?

Ich komme definitiv wieder zurück in die Schweiz und möchte das Masterstudium an der ETH Zürich abschliessen.

Weisst du auch schon, in welche Richtung es berufstechnisch gehen soll? Hast du einen Traumberuf, den du anstrebst?

Ich denke, dass ich noch nicht alle möglichen Berufsbereiche kennengelernt habe und möchte mich daher noch nicht allzu sehr festlegen. Vorstellen könnte ich mir, Lehrerin zu werden. Obwohl ich mir bewusst bin, dass dies für mich einen zusätzlichen Aufwand in Bezug auf die Ausbildung bedeutet, lasse ich mir diese Option bewusst offen. Sollte jedoch ein spannendes Doktorat für mich möglich sein, würde ich das gerne machen. Ansonsten möchte ich auch gerne einmal Erfahrung in der Privatwirtschaft sammeln. Die vielen Jobmöglichkeiten, die mir ein Abschluss in meinem Studium bietet, finde ich toll.    

Wieso hast du dich ursprünglich dafür entschieden, dein Studium an der ETH Zürich zu absolvieren?

Den Studiengang Umweltnaturwissenschaften gab es nur an der ETH. Auch die Empfehlung von Bekannten und der herausragende Leistungsausweis der ETH waren sicherlich Gründe für diese Wahl. Die ETH bietet ein hervorragendes Lern- und Arbeitsumfeld, das im Ausland nur schwer zu toppen ist.

Was bedeutet die ETH für dich?

Sie hat es mir ermöglicht, ein spannendes und vielfältiges Studium auf einem hohen Niveau zu absolvieren. Die ETH bedeutet für mich gute Lehre und Forschung in der Schweiz, sowie Wissenstransfer.

Wenn du heute die Wahl hättest: Würdest du nochmals das Gleiche studieren und ebenfalls an der ETH Zürich?

Das Bachelorstudium an der ETH war spannend, aber streng. Doch genau diese Herausforderung hat mich angetrieben und motiviert, mein Bestes zu geben. Klar gab es die eine oder andere Vorlesung, die mich weniger interessierte. Ich denke jedoch, dass das bei jedem Studiengang der Fall ist. Wie bereits erwähnt, hätte mich auch ein Chemiestudium angesprochen, doch hätte mir dann wieder das Interdisziplinäre gefehlt und die Wahl wäre schliesslich doch wieder auf Umweltnaturwissenschaften an der ETH gefallen.

 
 
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Fri Jun 23 10:45:20 CEST 2017
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