Dem Trinkwasser von Zürich auf der Spur

05.04.2016 | MAS MTEC Alumni

Von:  Andri Casura

Die MAS MTEC Alumni waren am 16. März zu Besuch bei der Wasserversorgung der Stadt Zürich (WVZ). Martin Rotter, Leiter Qualität, Sicherheit und Umwelt und Mitglied der Geschäftsleitung, erzählte den Alumni Spannendes über die WVZ. Auf Wunsch der Teilnehmer ging er auch auf die hoch interessanten Aspekte des Notfallkonzepts ein. Im Anschluss erlebten die Alumni eine Führung durch das Wasserwerk Hardhof.

Führung im Hardhof  
Führung im Hardhof

Die WVZ versorgt primär die Stadt Zürich mit Trinkwasser. Was viele nicht wissen ist, dass auch sämtliche umliegenden Gemeinden bis nach Winterthur, Uster, das Limmattal und auch das Sihl- und Lorzetal mindestens teilweise mit Wasser von der WVZ versorgt werden.

See- und Quellwasser für Zürich

Vor rund 150 Jahren stimmte das Stimmvolk der Stadt Zürich der Gründung einer Wasserversorgung zu. Damit wurde der Grundstein der heutigen Wasserversorgung gelegt. Aus dieser Zeit stammen auch die Wasserrechte im Sihl- und Lorzetal, welche die WVZ bis heute hält, und mit denen rund 20% des Bedarfes gedeckt werden können. Die Notwasserversorgung, welche über die Notwasserbrunnen sichergestellt ist, wird ausschliesslich mit Quellwasser gespiesen. Die verbleibenden 80% werden hauptsächlich durch Seewasser aus den Seewasserwerken Lengg und Moos wie auch mit Grundwasser aus dem Pumpwerk Hardhof erbracht. Die WVZ bauen, betreiben und pflegen ihr Leitungsnetz selber. Ebenfalls stellen sie den Betrieb und die Instandhaltung der Pumpwerke sicher.

Auch in der Not bestens gerüstet!

Nachts wird in die höher gelegenen Reservoirs gepumpt, tagsüber verbrauchen die Zürcherinnen und Zürcher ihr Trinkwasser, welches allein durch den Höhenunterschied mit dem nötigen Druck zum Wasserhahn heraussprudelt. Ganz wesentlicher Teil der Wasserversorgung von Zürich stellt ein Stollen dar, welcher unterirdisch die Pumpwerke miteinander verbindet und das verschieben immenser Wassermassen möglich macht. In Krisenzeiten, wenn eine oder gar zwei der wesentlichen Wasserquellen (See-, Grund- oder Quellwasser) verschmutzt und ungeniessbar sind, kann über diesen Stollen flexibel trinkbares Wasser rund um das Seebecken verschoben werden.

Insekten als Mitarbeiter

Am Hauptsitz der Wasserversorgung im Hardhof befindet sich nicht nur die Büros und der Vortragssaal, sondern auch das Grundwasserpumpwerk, d.h. die Leitstelle. Ebenfalls im Hardhof stehen zwei 5000 PS Schiffsdiesel, welche als Notstromaggregate bereitstehen und somit den Betrieb der Leitstelle und der Pumpen im Notfall sicherstellen. Ebenfalls befindet sich das Labor der Qualitätssicherung im Hardhof. Hier sind auch die kleinsten Mitarbeitenden der Wasserversorgung am Werk. Winzige Insekten leisten ihren Beitrag zur Qualität des Wassers. Sie werden mit Kameras überwacht, denn deren Bewegungsintensität gibt Auskunft über die Qualität des Trinkwassers. Die Forellen von damals haben ihren Job an diese kleinen Tierchen verloren.

In Summe braucht sich Zürich also keine Sorgen um die Trinkwasserversorgung zu machen. Weder in guten, noch in schlechten Zeiten. Wir danken Martin Rotter für seinen spannenden Vortrag und die interessante Führung durch den Hardhof.

 
 
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22.03.2017
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