ETH Alumni goes Antarktika

08.04.2016 | Alumni Travel

Von:  Stefan Züger

Zum 10-jährigen Jubiläum der ETH Alumni Travel stand eine Reise der Superlative auf dem Programm. 17 Alumni reisten ins südliche Polarmeer, um die antarktischen Inseln zu erkunden. Die Temperaturen, der Wind und das Meer stellten die Reisenden vor besondere Herausforderungen. Doch die Tiere an Land und im Wasser entschädigten für alle Strapazen und die antarktischen Landschaften und Eisberge verzauberten die Alumni jeden Tag aufs Neue.

Alumni Travel - Antarktis  
Alumni Travel - Antarktis

Angekommen im südlichsten Südamerika begann in Ushuala das grosse Antarktis-Abenteuer. Nach der obligatorischen Seenotrettungsübung traf man sich zum ersten Dinner an Bord der MS Bremen. Das Schiff zeichnet sich durch seine spezielle Bauart der Eisklasse 1 aus. Damit ist die MS Bremen nicht nur geeignet für Passagen mit Packeis und Eisschollen sondern kann dank des geringen Tiefgangs in viele Buchten einlaufen, die für andere Schiffe unmöglich zu befahren sind. Als erstes Ziel wurden die Falkland-Inseln angesteuert. Durch die enge Bucht mit dem Namen „The Narrows“ erreichte die MS Bremen einen letzten Hort der Zivilisation vor dem antarktischen Meer.

Von den Falkland-Inseln nach Südgeorgien

Von den Falkland-Inseln ging es in östlicher Richtung zur Inselgruppe von Südgeorgien. Die Inseln sind bekannt für ihre grossen Pinguinkolonien. Um diese zu erleben, wechselten die Alumni in sogenannte Zodiacs – spezielle Schlauchboote für die Anlandung – und gingen damit an Land. Das Privileg, die Antarktis zu erleben, ging jedoch einher mit der Verantwortung, die Landschaft und ihre Bewohner zu schützen. Ein sauberes Absaugen der Kleider, Taschen und Klettverschlüsse gehörte deshalb dazu, um nicht-heimische Samen aus Südgeorgien fern zu halten.

An Land mischten sich die Alumni unter sich tummelnde  Pinguine. Die Vielfalt Südgeorgiens prägte auch die nächsten Tage. Immer wieder liessen die Expeditionsleiter die Zodiacs zu Wasser. So trafen die Teilnehmer auf jedem Landgang auf Seebären, See-Elefanten, Albatrosse oder auf riesige Kolonien von Königs- oder Eselspinguinen mit bis zu 60‘000 Tieren. Die Alumni unternahmen auch kleinere Expeditionen ins Innere der Inseln. In Stormness und Grytviken besuchten sie die alten, verfallenen Walfänger-Stationen, welche bizarre Fotosujets in dieser antarktischen Wildnis abgaben.

Kurs Richtung Süden

Mit beeindruckenden Erlebnissen im Gepäck verliess die MS Bremen und ihre Besatzung Südgeorgien in Richtung antarktischer Polarkreis. Mächtige Tafeleisberge standen dem Schiff Spalier, während es sich seinen Weg durch die verschiedenen Passagen vor der antarktischen Halbinsel bahnte. Elf Tage nach Auslaufen erreichte die Expedition den ersten Packeisgürtel und das Schiff musste beweisen, dass es auch diese Belastung aushält. Den Beweis blieb es nicht schuldig und schob die Eisschollen mühelos aus dem Weg oder brach diese einfach auseinander. Durch den stärker werdenden Wind wurde der Seegang ungewohnt unruhig. Die Alumni waren froh, Medikamente mitgenommen zu haben. So überstanden sie auch Wellen bis zu vier Meter ohne nennenswerte Seekrankheit. Das Eis verlangsamte aber das Weiterkommen, jedoch wurden die Reisenden dafür entlohnt. Eine Schule Orcas tauchte vor der MS Bremen auf und patrouillierte den zahlreichen Eisschollen entlang.

Finally: Die Antarktis!

Die Antarktis kam nun immer näher und am 26.02.2016 erreichte das Schiff Port Lockroy. Die ehemalige britische Forschungsstation ist nun ein Museum inmitten einer Pinguinkolonie. Die antarktischen Souvenirs waren hiess begehrt und die Pinguine beliebte Fotosujets. Die Crew der Bremen organisierte während des Ausfluges ein spezielles Outdoor-Erlebnis. Auf dem Deck wurden kleine Festzelte aufgebaut und es gab eine grosse Auswahl an Köstlichkeiten. Nicht alltäglich war dabei der Genuss von Spannferkel oder Würstchen an frischer Polarluft. In der nächsten Nacht passierte das Schiff die magische Breite 66° 33‘5‘‘S – den südlichen Polarkreis. Die Antarktis zeigte sich hier von ihrer rauen Seite. Packeis, Wind und Wolken luden nicht dazu ein, weiter nach Süden vorzudringen. Der Kapitän entschied deshalb, abzudrehen und so wurde mit 66°56‘02‘‘S die südlichste Reiseposition erreicht.

Der Kreis schliesst sich

Auch der Weg nach Norden bot einiges an Spektakel. Die polare Natur war faszinierend und vielseitig. Auf Peterman Island besuchten die Alumni bei Schneetreiben die Brutgebiete der Blaualgenkomorane. Am letzten Tag wartete in der Paradise Bay nochmals ein besonderes Highlight. Mit den Zodiacs ging es ins Wasser und zum Berühren nahe an die gewaltigen antarktischen Gletscher heran. Die Eisberge türmten sich vor den winzigen Booten auf und drohten, jederzeit ins Meer zu kalben. Der weitere Weg führte über die Drake Passage zurück nach Ushuala. Diese Passage ist eine der sturmreichsten der Erde, doch die MS Bremen wurde verschont. Nach beinahe drei Wochen, 7‘086 Kilometern und insgesamt 17 Anlandungen und Zodiacrundfahrten traf die Reisegruppe wieder in Ushuala ein.

Bleibende Begeisterung

Die Eleganz der Albatrosse, die Anmut der Pinguine und die majestätische Erscheinung des Eises ist den Alumni eine bleibende Erinnerung geblieben. Auch einen Monat nach der Rückkehr spürt man die tiefe Faszination für die Antarktis in den Worten des Reiseleiters Peter Fischer: „Eine unberührte, grossartige Schönheit der Antarktis, ein einmaliges Erlebnis das sich nur sehr schwer in Worte fassen lässt!“

Zu diesem Text:

Der Text ist inspiriert vom Reisebericht des Reiseleiters Peter A. Fischer. Der Reisebericht, setzt sich aus dem Text des Logbuchs von Prof. Dr. Oliver Krüger, Lektor auf der MS Bremen, sowie aus den Programmunterlagen von Peter A. Fischer zusammen. Die Fotos sind ebenfalls von Peter A. Fischer mit einigen ergänzenden Aufnahmen des Bordfotografen Björn Gerhards.

 
 
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