Die Renaissance der Bäderstadt – Prof. Dr. Mario Botta und Benno Zehnder

12.05.2016 | OG Baden Alumni

Von:  Andreas Christen

Die OG Baden lud am 28. April zum Vortrag „Die Renaissance der Bäderstadt“. Das Interesse daran war riesig und so referierten im mit über 100 Alumni randvoll besetzten Neubarocksaal des Limmathofes der Investor Benno Zehnder und der Architekt Prof. Dr. Mario Botta über ihr Grossprojekt für die Wiedergeburt der Bäderstadt in Baden.

Prof. Dr. Mario Botta
Prof. Dr. Mario Botta

In seiner Ansprache zeigte Benno Zehnder in sehr pragmatischer und sympathischer Art auf, welchen Weg er die letzten neun Jahre zu gehen hatte, um nun endlich kurz vor dem Realisierungsstart seines Projektes zu stehen – oder wie es der auf Französisch referierende Mario Botta später sagte: „La bureaucratie, c’est un animal étrange.“ Vier A4-Seiten, so Zehnder, könne er alleine mit den Namen jener Ämter füllen, mit denen er koordinieren müsse. Der Investor mit dem offensichtlich langen Atem liess dann aber ganz bewusst seinem Architekten Mario Botta den grossen Auftritt – den er ausdrücklich für seine Professionalität, seinen Fleiss sowie das Interesse für die Vergangenheit und Zukunft des Bäderquartiers lobte.

Bäderquartier mit 18 Quellen

Mario Botta hatte wie Zehnder die volle Aufmerksamkeit. Zu Beginn seines Referates zeigte er anhand von Stichen und Plänen die Entwicklung des Bäderquartieres mit seinen 18 Quellen über die letzten Jahrhunderte auf. Die anwesenden Alumni erhielten so einen eindrücklichen Einblick in die Vergangenheit des Quartieres, bevor Botta auf die Zukunft einging und seinen Entwurf der Bäder, der Wohnungen, der ganzen Anlage und der Umgestaltung des Verenahofes aufzeigte. In seiner Ausführung thematisierte Mario Botta auch die auffaltende Form und die Bedeutung von Licht. Er zeigte, wie er römische Mosaike neu interpretieren möchte und wie auch archäologische und andere alte Elemente integriert werden sollen. Immer wieder hob er die spezielle Lage des Quartiers im Flussknie hervor. Diese „Wasserautobahn“ berücksichtigte er sehr stark bei seinen Überlegungen. Mit einem Schmunzeln, welches vom Publikum mit einem zustimmenden Lachen quittiert wurde, betonte Botta die Wichtigkeit der Bäderstadt wiederholt mit der Aussage, dass die Stadt ja schliesslich „Baden“ heisse.

„Spanische Brötli“ zum Apéro

Beim anschliessenden Apéro inklusive „Spanischen Brötli“ wurden dann die bestehenden Kontakte gepflegt und neue geknüpft und man war sich einig: Es wäre sehr schade, wenn eines der phantastischsten Quartiere der Schweiz weiterhin dem Zerfall Preis gegeben und nicht das realisiert würde, was man hier gerade gezeigt bekommen hat. Der Organisator des Anlasses, Dr. Hans-Martin Niederer, drückte es in seiner Verdankung so aus: „Ich werde auf jeden Fall hier baden kommen!“

 
 
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