Die Bio Alumni im ABC-Labor

27.09.2016 | Bio Alumni

Von:  Daniel Auerbach

Eine Gruppe von 20 Bio Alumni machte sich am 14. September 2016 auf nach Spiez. Dort befindet sich sowohl das Kompetenzzentrum ABC KAMIR mit dem Abwehr-Labor 1 der Schweizer Armee als auch das Labor Spiez des Bundes, welche sich beide auf wissenschaftlicher und technischer Ebene mit nuklearen, chemischen und biologischen Risiken befassen. Die enge Zusammenarbeit wird von den Verantwortlichen humorvoll auch mit einer Art „Ehe“ verglichen.

Die Bio Alumni in Spiez
Die Bio Alumni in Spiez

Der Rundgang startete mit einer Einführung in die Aufgaben des ABC Abwehr-Labors 1. Der Batallions-Kommandant Oberstleutnant Herger erläuterte zusammen mit Hauptmann Huber zunächst die heutige Situation bezüglich der Bedrohung durch Nuklearwaffen, chemische und biologische Kampfstoffe, aber auch die Gefahren, welche durch Naturkatastrophen wie etwa Fukushima ausgehen. Es wurde zudem erklärt, wie die Armee und das zivile Labor Spiez in Gefahrenfällen zusammenarbeiten.

Geprobter Ernstfall

Danach ging es zunächst zur Probenannahmestelle (kurz „PAS“), bei welcher im Rahmen eines Truppen WKs gerade der Ernstfall mit der Übung „Civetta Uno“ mit 1‘500 Proben simuliert wurde. Die Proben werden entgegengenommen, auf Sprengstoff und radioaktive oder chemische Kontamination untersucht und dann katalogisiert. Das Szenario, welches während der Besichtigung der Bio Alumni simuliert wurde, sah eine Bedrohung durch einen biologischen Wirkstoff vor – entsprechend wurden die Proben in einem Hochdurchsatz-ELISA auf verschiedene biologische Marker getestet.

Ebola-Forschung

Nach einem Mittagessen ging es dann weiter ins benachbarte Labor Spiez. Dort wurden die Alumni von Herr Dr. Andreas Bucher in die Aufgaben und Aktivitäten des Labors eingeführt. Als Schweizer Referenzlabor ist Spiez zuständig für die nukleare Forensik und die Analyse chemischer und biologischer Gefahren. Spiez gehört zu den 40 weltweit designierten Referenzlabors, welche im Rahmen des UNO Generalsekretär-Mechanismus für die Analyse von biologischen Kampfstoffen zuständig sind. Ein spezieller Fokus von Spiez ist die Arbeit mit dem Ebola-Virus – so werden hier verschiedene Ebola-Stämme kultiviert und charakterisiert. Spiez gehört zudem zu den zwölf Institutionen aus Europa, Afrika und den USA, welche im Rahmen einer Phase II-Studie die Wirksamkeit des neuartigen VSV-EBOV Impfstoffes testen.

Sicherheit im Labor

Auf dem Rundgang durften die Bio Alumni unter Begleitung des Biosicherheitsverantwortlichen Herr Dr. Weber das 2014 in Betrieb genommene BSL-3 / BSL-4 Labor besichtigen. Das Gebäude besteht aus einem inneren Bereich mit den eigentlichen BSL-3 und BSL-4 Labors und einer äusseren Hülle, welche unter anderem die gesamte technische Infrastruktur mit geschlossenen Luft- und Wasserkreisläufen beherbergt. Herr Weber erläuterte nicht nur die Kultivierungs- und Analysearbeiten, die hier ausgeführt werden, sondern auch die diversen Aufgaben rund um die Ausbildung der Mitarbeiter, sowie die Wartung und Sicherheit der Labors.

Wir haben einen spannenden und enorm lehrreichen Tag in Spiez verbracht und möchten uns ganz herzlich bei den Verantwortlichen (Schweizer Armee und Labor Spiez) für den interessanten Einblick in deren Aktivitäten bedanken.

 
 
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