Gletscherwanderung Vernagt – ein Erlebnisbericht

01.09.2016 | Alumni Chapter München

Von:  Christoph Winter

Nachdem das ETH Alumni Chapter München letztes Jahr einen Ballon in die Stratosphäre geschickt hatte, wollten sie dieses Jahr mit eigener Kraft hoch hinaus. Ludwig, Glaziologe von der Bayerischen Akademie der Wissenschaften und ETH Alumnus, lud das Chapter München ein, „seinen“ Gletscher im Ötztal zu zeigen. Ein Erlebnisbericht.

Die Alumni auf den Gletscher
Die Alumni auf den Gletscher

Das konnten wir uns natürlich nicht entgehen lassen. So ging es am Freitag nach Rofen in der Gemeinde Sölden. Der einfache Teil der Anreise war damit vorbei und wir legten den letzten Teil zu Fuss zurück. Beim Aufstieg vermisste der Schweiz-erprobte Wanderer die Kühe. Alternativ gab es hübsche Pferde und Schafe aus dem Vintschgau.

In der Berghütte

Von Ludwig wurden wir mit Wein, Bier und Tee sehr herzlich empfangen. Neben der Gastfreundlichkeit war bereits der erste Teil sehr lehrreich. Wir erfuhren, dass die saubere Atmosphäre zwar gut für das Ozonloch und den sauren Regen, aber schlecht für die Gletscher ist. Der Gletscher schmilzt langsam, wer dabei zuhören möchte, kann sogar eine Hotline anrufen („Call me“ +43 525430089). Nach einem Nachtessen auf der Hütte klang der Abend mit Pringles, UNO und dem beliebten Kartenspiel „Arschloch“ gemütlich aus. Erfreulicherweise konnte auch Andrii nach einer Odyssee – Zug nach Innsbruck, weiter zum Ötztaler Bahnhof, Bus nach Zwieselstein, umsteigen nach Vent und zwei Stunden Aufstieg, Respekt! – um 20:30 Uhr zu uns stossen. Die Nacht im 8ter Matratzenlager war – je nach dem wen man fragte – so und so. Verena hatte beispielsweise eine Spinne als Kuscheltier.

Faszination Gletscher

Am nächsten Tag ging es endlich zum Gletscher. Ohne mit Details langweilen zu wollen, lernten wir sehr viel über Seiten-, Mittel-, Grund- und Endmoränen, Ablation, Akkumulation, 100-jährige Landkartenflechten, Gletscherspalten, Gletschermühlen, Flöhe und Sand. Letzterer erleichtert das Gehen auf dem Eis. Auch mit Wasserdampfbohrer, welche an die Maschinen bei Ghostbusters erinnern, kamen wir in Kontakt. Diese werden gebraucht, um Stangen zur Messung des Ablation zu installieren. Doch lernten wir auch spannendes aus der Geschichte der Region. Ötzi beispielsweise ist Italiener, nicht Österreicher, obwohl seine Fundstelle bei einem geradlinigen Grenzverlauf auf österreichischem Hoheitsgebiet ist. Grenzregelung sind manchmal etwas komplizierter. Ein Höhepunkt war sicherlich das erfrischendes Bad auf 2800 Meter Höhe, das Katja mit Bravur meisterte. Das alles wurde von unserem Paparazzi Peter sehr professionell dokumentiert.

Rückweg und Dank

Nach einem wiederum gemütlichen Abend wurden wir von übermotivierten, lärmenden Freizeitsportler um 5 Uhr früh geweckt. Den Rückweg mussten wir dann leider im Regen angetreten. Doch belohnten wir uns nach der Anstrengung mit einem leckeren Kaiserschmarrn. Vielen Dank an Ludwig für die spannenden Geschichten und das unerschöpfliche Wissen. Es war für uns alle ein tolles Wochenende und wir empfehlen jedem ETH Alumni, auf der Pegelstation des Vernangtferner-Gletschers bei Ludwig vorbeizuschauen. Es lohnt sich!

 
 
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