Zu Besuch bei der Spezialitätenbrennerei Humbel in Stetten

22.09.2016 | Materials Alumni

Von:  Sara Morgenthaler

Am 9. September waren die Materials Alumni zu Gast bei der Brennerei Humbel in Stetten. Nicole Lüthy führte durch den seit 1918 existierenden Betrieb und weihte die Alumni in die Geheimnisse der Schnapsbrennerei ein.

Die Materials Alumni
Die Materials Alumni

Die Brennerei Humbel wird heute bereits in dritter Generation geführt. An die Anfänge des Unternehmens erinnert noch der Hochkamin mit Storchenfamilie. Die Brennerei verarbeitet hauptsächlich biologisch angebaute Früchte und ist auf die Verarbeitung von Kirschen spezialisiert.

Qualitätsmanagement

Da man nur aus wirklich reifen Früchten guten Schnaps brennen kann, startete die Führung im Obstgarten. Neben Kirschen, Birnen und Äpfeln werden dort auch Mirabellen oder Quitten angebaut. Die Qualität des Obstes ist ausschlaggebend, weshalb üblicherweise kein Fallobst verwertet wird. Nur bei den Mirabellen wird gewartet, bis die Früchte vom Baum in ein darunter gespanntes Netz fallen. Nach der Ernte werden die einwandfreien Früchte angequetscht oder zu Mus verrieben und vergärt. Während der Gärung wird Fruchtzucker von Hefen unter Sauerstoffausschluss in Alkohol zersetzt, wobei die Zugabe von Säure gewährleistet, dass kein Essig entsteht. Nach erfolgter Gärung wird die Maische gebrannt, respektive destilliert, genauso wie die Materials Alumni damals im Chemiepraktikum gelernt haben.

Vom Destillat zum Endprodukt

Das Destillat wird in drei Fraktionen geteilt – den Vorlauf, der beissend riecht, das Herzstück und den Nachlauf. Für die Weiterverarbeitung zu Qualitätsschnaps wird nur das Herzstück verwendet. Der Nachlauf wird nochmals destilliert, während ein Teil des Vorlaufs beispielsweise für das Backen von Kirschtorten verwendet wird, da dort der Kirschgeschmack stärker sein darf. Es war spannend zu hören, dass die Fraktionen nicht analytisch unterschieden werden sondern, dass der Brennmeister mit Nase und Gaumen testet. Das Destillat weist etwa 80 Vol.-% Alkohol auf und wird danach bei konstanter Temperatur gealtert. Je nachdem welcher Geschmack erzielt werden soll, kommen verschiedene Keramik- und Glasgefässe, aber auch Kirschholzfässer zum Einsatz. Zum Schluss wird das Destillat mit destilliertem Wasser auf etwa 40 Vol.-% verdünnt und kalt gefiltert, bevor es in Flaschen gefüllt, etikettiert und verpackt wird.

Degustation

Anschliessend konnten sich die Materials Alumni einmal quer durch das Sortiment degustieren. Ein Kerngeschäft der Brennerei Humbel ist die Herstellung von Kirschbränden, insbesondere von sortenreinen Destillaten. Der Unterschied zwischen den zur Auswahl stehenden Kirschsorten ist frappant – auf der einen Seite der würzige Bure Kirsch und auf der andern der nach Marzipan schmeckende Schattenmorellen Sauerkirsch.

Exotische Schnäpse

Neben Apfel-, Birnen- und Traubenbränden wagten sich die Alumni dann auch an Exotischeres. Etwa an einen Rüeblibrand, der das Prädikat „interessant“ erhielt. Auch einen Himbeerbrand, mit über 100 CHF pro Flasche ein sehr exklusives Produkt, durften die Alumni probieren. Zum Schluss der Degustation konnte ein Holunderbrand verköstigt werden, der durch seinen sehr starken Abgang überzeugte.

Bevor es (natürlich per Bus) zurück nach Zürich ging, nutzen die Teilnehmer die Gelegenheit, die heimische Bar zu bereichern und kauften fleissig ein. Die Materials Alumni bedanken sich bei Nicole Lüthy ganz herzlich für die spannende Führung und den gelungenen Abend

 
 
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