Career Talk: Die Zukunft der vernetzten Gesellschaft

20.10.2016 | Alumni Career

Von:  Danja Zehnder

Am 14. September fand der ETH Alumni Career Talk statt zum Thema „Die Zukunft der vernetzten Gesellschaft“. Rund 100 Alumni und Gäste folgten der Einladung und trafen sich im Dozentenfoyer. Nach einer kurzen Vorstellungsrunde, geführt durch Herrn Rainer Borer, Leiter Abteilung Hochschulkommunikation der ETH, referierte ETH Alumnus Urs Schaeppi, CEO der Swisscom AG, zu diesem spannenden Thema.

Der Swisscom Career Event
Der Swisscom Career Event

„Digitalisierung verändert die Welt“. Mit diesem Satz eröffnete Swisscom-CEO und ETH Alumnus Urs Schaeppi seinen Vortrag zum Thema Digitalisierung. Eindrücklich zeigte er dabei anhand von Hillary Clintons Schwächeanfall während des Wahlkampfes in den USA die sekundenschnelle Verbreitung von Informationen und Fotos auf. Eben geschehen, haben wir heutzutage News innert Sekunden auf unseren Smartphones und Bildschirmen. An weiteren interessanten Beispielen veranschaulichte er den Einfluss der Digitalisierung auf unser Leben. „Der klassische Konsument“, so Urs Schaeppi, „verschwindet immer mehr. Im Gegenzug werden in Zukunft vermehrt ‚Prosumer` auftreten.“ Prosumer sind Konsumenten, die gleichzeitig auch Produzenten sind. Durch solche und ähnliche Veränderungen nimmt die Digitalisierung ihren Lauf. Der Swisscom-CEO ist überzeugt, dass die Digitalisierung eine Chance für unsere Gesellschaft ist, die mehr Wohlstand mit sich bringen wird. „Gerade in der Schweiz müssen wir diese Veränderung als Chance und nicht als Gefahr sehen“, plädiert Schaeppi weiter, „denn durch die Veränderungen der Digitalisierung entstehen viele neue Businessoptionen und Arbeitsplätze.“

Wellenbewegungen der Digitalisierung

Den Einfluss der Digitalisierung auf unser Leben und die dadurch entstehenden Veränderungen können in sogenannten Wellen wahrgenommen werden. Urs Schaeppi identifiziert deren vier: Die erste Welle entstand mit dem Aufkommen der Smartphones und der damit einhergehenden Mobilität. Die zweite Welle äusserte sich mit dem „Internet of Things“ und der Virtualisierung. Mit neuen Innovationen, wie etwa der Cloud, wurde eine neue Art von Datentransfer und Speicherung möglich. Die künstliche Intelligenz brachte schliesslich die dritte Welle mit sich, in der wir uns zur Zeit befinden. Roboter, 3-D-Drucker und andere automatisierte Vorgänge gehören zu dieser Welle von innovativen Technologien und Entwickelungen. Als vierte und bevorstehende Welle identifizierte Urs Schaeppi vor allem Änderungen in der Medizin und somit eine Art Mensch 2.0.

Zukunftsaussichten der Digitalisierung

„Die Digitalisierung“, so Urs Schaeppi weiter, „verändert nicht nur die Telekommunikations-Branche, in der die Swisscom tätig ist, sondern hat Auswirkungen auf alle Branchen.“ Sie wirkt sich dabei auf verschiedenen Ebenen aus: Es werden neue Geschäftsmodelle, verbesserte Kundenerlebnisse, digitalisierte Geschäftsprozesse und neue Arbeitsmöglichkeiten entstehen. Die Faktoren für eine erfolgreiche Digitalisierung sieht Urs Schaeppi in einer leistungsfähigen und sicheren Infrastruktur sowie in einer Lockerung der heutigen Mobilfunkregulierungen. Daten sollen auch in Zukunft vertraulich behandelt werden, jedoch soll eine globale Regulation gleiche Voraussetzungen für alle schaffen. Erst durch diese Voraussetzung, so der Swisscom-CEO, könne man eine gelungene Digitalisierung erreichen. Durch einen verbesserten interdisziplinären Dialog der Industrie sowie der Dialog mit Forschungsstellen und Hochschulen wie der ETH, hat die Schweiz gemäss Schaeppi ein grosses Potential, bei der Digitalisierung vorne mit dabei zu sein.

Angeregte Diskussionen

Sein Referat schloss Urs Schaeppi mit dem Kurzfilm „Die Zukunft ist schon da“ ab. Anschliessend stellte sich der Referent den Fragen des Publikums. Rege wurde dabei über die Digitalisierung und deren Auswirkungen diskutiert. Auf die Frage, was für Erwartungen Urs Schaeppi an die ETH für die Zukunft hat, riet er der ETH, weiterhin ihren hohen Ausbildungsstandard beizubehalten und ihren Weg wie bis anhin weiterzugehen. Er wünscht sich aber einen intensiveren Dialog zwischen der ETH und der Industrie. Nur so können beide Seiten in Zukunft profitieren. Beim anschliessenden Apéro, welcher die Swisscom offerierte, diskutierten die Alumni rege weiter über die verschiedenen Themen und Anregungen – ganz im Sinne des Networkings.

 
 
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