Neue Weiterbildungsangebote: CAS IPA und CAS PGA

03.10.2016 | Alumni Porträts

Von:  Judith Setz

Die 2016 gegründete Swiss School of Public Governance (SSPG) bietet zwei neue Zertifikatslehrgänge an: das CAS „Studies in International Policy and Advocacy” und das CAS „Studies in Public Governance and Administration”. Wir sprachen mit ETH Alumnus Prof. Dr. Michael Ambühl, Direktor Swiss School of Public Governance (SSPG) und ehemaliger Staatssekretär EDA/EFD über das SSPG, die neuen Zertifikatslehrgänge und seine diplomatische Laufbahn.

Michael Ambühl
Michael Ambühl

Herr Ambühl, Sie sind Direktor der Swiss School of Public Governance (SSPG), welche im Januar 2016 von der ETH Schulleitung gegründet wurde. Was genau ist die SSPG?

Die Swiss School of Public Governance wurde gegründet, um die Lehre und Forschung zu den wichtigsten Themen des öffentlichen Sektors voranzutreiben. Die ETH ist ein passender Ort für eine solche Schule: Lenkungs- und Managementstrategien, Infrastrukturplanung, Herausforderungen des technologischen Wandels, Sicherheit im öffentlichen Raum – dies sind alles Themen, die schon jetzt an der ETH aktiv angegangen werden. Die SSPG will nun diese bereits bestehenden Stärken in massgeschneiderte Weiterbildungsangebote für Angestellte des öffentlichen Sektors giessen.

Warum wurde die SSPG gegründet?

Die Idee einer Swiss School of Public Governance ist ursprünglich an einem Workshop zur Zukunft der Schweiz („Quantum Workshop“, 7. Februar 2014) entstanden. Die Teilnehmenden aus Wissenschaft, Politik, Wirtschaft und Medien waren sich einig, dass ein Kompetenzzentrum für das Fördern der Interessenwahrung der Schweiz wertvoll sein könnte. Dies umso mehr, als die Aussenpolitik der Schweiz nicht immer zentral koordiniert werden kann. Ich war von der Idee überzeugt und rannte bei unserer Schulleitung offene Türen ein, da sie schon seit längerem ähnliche Projekte ins Auge gefasst hatte.

Zurzeit bietet die SSPG zwei Zertifikatslehrgänge an: das Certificate of Advanced Studies in International Policy and Advocacy und das Certificate of Advanced Studies in Public Governance and Administration. An wen richten sich diese Weiterbildungen?

Unser CAS in „International Policy and Advocacy“ richtet sich primär an Führungskräfte öffentlicher Verwaltungen in der Schweiz, NGOs und internationaler Organisationen. Es soll ihnen ermöglichen, das Interesse ihrer Organisationen gegen aussen noch besser definieren und vertreten zu können. Das CAS in „Public Governance and Administration“ richtet sich an jüngere Mitarbeitende des öffentlichen Sektors aus aller Welt. Zusätzlich ist es für Quereinsteiger in den öffentlichen Sektor geeignet, z.B. für eine ETH-Chemiedoktorandin, die sich für eine Stelle als Projektleiterin bei einer NGO bewerben möchte. Die Teilnehmenden werden in die wichtigsten Fach-, Methodik- und Sozialkompetenzen eingeführt, die sie benötigen, um Führungsrollen innerhalb des öffentlichen Sektors übernehmen zu können.

Was erwartet die Kursteilnehmenden?

Sowohl der CAS IPA als auch der CAS PGA sind Weiterbildungslehrgänge. Das heisst, die Teilnehmenden bringen nicht nur eine abgeschlossene Hochschulausbildung sondern auch praktische Erfahrungen mit. Aus diesem Grund strukturieren wir unsere Programme so, dass sie einen aktiven sektorübergreifenden Austausch fördern. Zum einen halten Professorinnen und Professoren der ETH und anderer Hochschulen Seminare und Vorlesungen, zum anderen wird aber auch die aktive Mitarbeit der Teilnehmenden gefordert. Beim Thema der Verhandlungsführung beispielsweise gibt es nur kurze vorgängige Erläuterungen und Diskussionen zu Theorie und Praxis. Dann werden die Teilnehmenden in einer Simulation dazu aufgefordert, das Gelernte direkt umzusetzen und selbst zu verhandeln. Schliesslich wird diskutiert, wie die neu erworbenen Kenntnisse in das fachspezifische Handlungsfeld der einzelnen Teilnehmer einzubetten sind.

 

"Das Interdisziplinäre am Operations Research hat mich stets fasziniert, die Politik aber auch." Michael Ambühl

Wie verläuft der Anmeldeprozess? Wer kann sich anmelden?

Für unser CAS in „International Policy and Advocacy“ kann man sich bis zum 18. November bewerben. Um den Lernprozess in einer kleinen Gruppe zu garantieren, ist die Teilnehmerzahl begrenzt. Daher wäre es besser, nicht bis zum Schluss der Bewerbungsfrist zuzuwarten. Das war jetzt ein kleiner Werbespot (lacht).

Für unseren CAS in „Public Governance and Administration“ kann man sich ab Mitte November bis voraussichtlich April bewerben.

Die Infos zum Bewerbungsverfahren finden Sie auf unsere Website: http://www.sspg.ethz.ch/de/Bewerbung.html.

Was für berufliche Möglichkeiten eröffnen sich den Absolventen nach erfolgreichem Abschluss?

Absolvierende des CAS in „International Policy and Advocay“ werden befähigt, Herausforderungen mit internationaler Dimension im Rahmen ihrer Funktion in der öffentlichen Verwaltung richtig anzugehen. Absolvierende des CAS in „Public Governance und Administration“ sollten nach dem Abschluss den ersten Karriereschritt in einer Führungsfunktion im öffentlichen Sektor machen können.

Sie haben angewandte Mathematik und Betriebswissenschaften an der ETH studiert und schlossen mit einem Doktorat sc. techn. ETH ab. Sie waren Oberassistent und Lehrbeauftragter an der UZH. Anschliessend traten Sie in den diplomatischen Dienst ein und waren von 2005 bis 2013 Staatssekretär. Wieso haben Sie sich für eine Laufbahn im diplomatischen Dienst entschieden?

Das Interdisziplinäre am Operations Research hat mich stets fasziniert, die Politik aber auch. In der Diplomatie gibt es beides, daher habe ich meine Entscheidung, eine diplomatische Laufbahn einzuschlagen, eigentlich als nichts Unlogisches betrachtet. Ich habe die Erfahrungen aus meiner ETH-Zeit mitgenommen. Mathematische Konzepte, z.B. die Spieltheorie, können in komplexen Dossiers durchaus hilfreich sein. Gerade in Verhandlungen zeigt sich exemplarisch, wie nützlich das Denken in Modellen sein kann.

Seit 2013 sind Sie ordentlicher Professor für Verhandlungsführung und Konfliktmanagement an der ETH. Was hat Sie an dieser Professur besonders gereizt?

Meine Professur erlaubt es mir, meine Erfahrungen an Jüngere weiterzugeben, was ich gerne mache. Ich hoffe, dass ich durch die Swiss School of Public Governance helfen kann, eine Institution aufzubauen, die einen Beitrag für die Res publica leistet.

 
 
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