OG Zug Alumni auf Schloss Meggenhorn

21.10.2016 | OG Zug Alumni

Von:  Kurt Jörg Petak

Die Alumni der OG Zug besuchten zum dritten Jahresanlass das Schloss Meggenhorn und lernten viel über seine bewegte und hochinteressante Geschichte kennen. Im Anschluss genossen die Alumni eine zweistündige Rundfahrt auf dem Vierwaldstädtersee mit der Yacht MS Meggenhorn. Ein Erlebnisbericht.

Schloss Meggenhorn
Das Schloss Meggenhorn

Wer von Euch kennt das Schloss Meggenhorn? Oder – anders gefragt – wer von Euch ist schon mit dem Dampfschiff am Schloss Meggenhorn vorbeigefahren und hat sich gedacht: Dieses Märchenschloss an schönster Lage hoch über dem Vierwaldstättersee würde ich doch gerne einmal näher kennenlernen! Wir vom OG Chapter Zug Alumni haben diesen Wunsch realisiert und das Schloss Meggenhorn als Ziel unseres dritten Jahresanlasses ausgewählt. Dabei haben wir einiges über seine bewegte Geschichte erfahren.

Historische Hintergründe

„Mekkenhorn“ wurde 1240 erstmals als Burg in einem Vertrag zwischen dem Kloster Engelberg und Graf Rudolf III. erwähnt. Bis ins 16. Jahrhundert gehörte Meggenhorn zum Chorherrenstift St. Leodegar, zu welchem auch die Hofkirche Luzern gehörte. Das heutige Schloss wurde 1868/70 von Edouard Hofer-Grosjean aus Mülhausen erbaut. 1886 erwarb Graf Armand Heine, ein französisch-amerikanischem Bankier, das Schloss samt Anwesen. Seine Frau Amélie war ursprünglich Jüdin, konvertierte aber zum katholischen Glauben. Auf sie geht die schöne, neugotische Kapelle neben dem Schloss zurück. Erbaut wurde diese vom Luzerner Architekten Heinrich Viktor von Segesser, nach dem Vorbild der Kapelle des Schlosses Amboise an der Loire. Auch die über fünf Meter hohe Christusstatue auf dem Felssport über dem Seeufer Meggenhorns geht auf sie zurück. Aus Dankbarkeit für die Genesung nach einer schweren Krankheit gab Amélie diese beim Bildhauer Josef Vetter in Luzern in Auftrag. 1900 wurde die Statue durch den Bischof von Basel eingeweiht. Am 12. Mai 1915 starb Amélie Heine-Kohn auf Schloss Meggenhorn.

Wechselnde Besitzer

Ihre Tochter verkaufte 1920 das Schloss an den Zürcher Industriellen Jakob-Heinrich Frey-Baumann. 1926 liess dieser in das Untergeschoss der Kapelle eine grosse Orgel einbauen, die nicht nur die Schlosskappelle, sondern auch die ganze Veranda vor dem Schloss beschallt. Die Orgel kann sowohl manuell als auch mit Lochstreifen als Musikautomat gespielt werden und wird heute bei speziellen, öffentlichen Konzerten bespielt. Für seine beiden Töchter wurde der Unterhalt des Schlosses zu aufwendig. Daher vermachten diese das Schloss gegen eine Leibrente von jährlich je CHF 200‘000.- der Gemeinde Meggen. Beide Töchter verstarben früh, sodass die Gemeinde Meggen günstig in den Besitz des Schlosses kam. Seit 1974 gehört die ganze Anlage samt Umschwung der Gemeinde Meggen.

Über den See zum Schloss

Wie immer, wenn Beatrice Isenegger einen Anlass organisiert, konnten wir von der OG Zug bei bestem Wetter das Schloss und die Parkanlage geniessen, und erhielten eine eindrückliche Führung. Diese Führung gipfelte in einem Apéro auf der Yacht MS Meggenhorn. In einer zwei-stündigen Rundfahrt schipperte uns das Schiff aus dem Jahr 1926 über den Vierwaldstättersee. Ein gelungener Event zu einem für viele noch unentdeckten Ort. Beatrice, vielen Dank für die Organisation!

Die MS Meggenhorn wurde übrigens von seinem heutigen Besitzer 2007 in 6‘000 stündiger Handarbeit totalsaniert und kann heute für kleinere Gesellschaftsfahrten gemietet werden. Seinen Standplatz hat die MS Meggenhorn im Bootshaus des Schlosses Meggenhorn.

 
 
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23.07.2017
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