Fragen der atomaren Endlagerung

18.11.2016 | OG Baden Alumni

Von:  Andreas Christen

Am 3. November trafen sich die Alumni der Ortsgruppe Baden zur 4. Veranstaltung innerhalb ihres Jubiläumsjahres im Du Parc zum Event „Geologische Tiefenlager für radioaktive Abfälle – wie die Schweiz ihre Standorte sucht“. Die Veranstaltung war ausgebucht, was sicherlich dem Thema aber auch den drei hervorragenden Referenten zu verdanken war.

Fragen der Endlagerung mit OG Baden
Fragen der Endlagerung mit OG Baden

Die Fragestellung nach der bestmöglichen Endlagerung von radioaktiven Abfällen gelangt immer mehr ins öffentliche Bewusstsein. Drei hochkarätige Referenten beleuchteten die Themenfelder Geologie, Technologie und Verfahren seitens des Bundes sowie auch aus Sicht des Standortkantons Aargau. Von besonderem Interesse war dann auch dessen Haltung zum möglichen Standort Bözberg.

Auflagen der Tiefenlagerung

Dr. Monika Stauffer, Leiterin Projekte Tiefenlager des Bundesamts für Energie, erklärte den interessierten Alumni das ganze Verfahren und wo in diesem Bereich die Schwergewichte und Herausforderungen liegen. Sie stellte klar, was die Zielsetzung ist und verdeutlichte auch die Haltung des Bundes. Das Material existiert bereits und wird im Moment zwischengelagert. So ist dies eine Verantwortung, der es sich zu stellen gilt. Auch Aspekte der passiven Sicherheit wurden aufgezeigt. Für den Fall, dass die Gesellschaft, wie wir sie kennen, nicht mehr existiert, muss eine Endlagerung auch ohne Betrieb gesichert sein.

Die Spezialistin betonte weiter, dass der Aufwand, die radioaktiven Abfälle wieder aus zu bringen, in derselben Grössenordnung wie die Einlagerung stehen sollte. Unter den Alumni löste dies beim anschliessenden Apéro angeregte Diskussionen aus, da viele Alumni es als nicht unrealistisch erachten, dass innerhalb der nächsten zweihundert Jahre eine Verwendung oder ein Recycling dieser Materialien entwickelt werden könnte.

Voraussetzung der Endlagerung

Prof. Dr. Simon Löw, Präsident Expertengruppe Geologisches Tiefenlager, hielt ein Referat über geologischen Voraussetzungen, Resultate der bisherigen Untersuchungen sowie über geplanten Bohrungen und Tests im Felslabor. Seine Ausführungen über Vor- und Nachteile von Endlagern waren sehr spannend. Neben den verschiedenen Tiefen, in denen sich die als geeignet erachteten Opalinus-Ton-Schichten befinden, müssen Komponenten wie Stabilität der Kammern sowie die Überdeckung nach der zu erwartenden Erosion im Verlaufe der Zeit beachtet werden, um ein ideales Endlager finden zu können. Zudem wies Prof. Löw auf die Prozesse hin, die chemisch und biologisch im Umfeld der Kapsel ablaufen könnten. Gerade dies ist seiner Meinung nach noch zu wenig erforscht und bedürfe genauerer Untersuchungen.

Sicherheit geht vor

Der zuständige Projektleiter des Standortkantons Aargau, Herr Thomas Frei, erklärte dann die politische Haltung der Regierung und die Formen der Mitwirkung. Er strich heraus, dass die Standortwahl einzig nach dem Kriterium der Sicherheit erfolgt, sprich kein politischer Entscheid sein dürfe.

Nach den drei Referaten konnten an einer kleinen Podiumsdiskussion noch Fragen gestellt werden. Andreas Christen vom Vorstand der Ortsgruppe Baden verdankte die Referenten mit einem Tropfen vom Bötzberg und einer Fotografie der Linner Linde, welche sie bei ihrer wichtigen und anspruchsvollen Arbeit begleiten solle. Die angeregte Diskussion ging während dem traditionellen Apéro noch lange weiter.

 
 
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