Donatorinnen und Donatoren treffen auf Kepler, Galilei, Kopernikus & Co.

14.12.2016 | ETH Zürich Foundation

Von:  Judith Setz

Am 1. Dezember lud die ETH Zürich Foundation Donatorinnen und Donatoren zu einem Treffen unter dem Motto Kepler, Galilei, Kopernikus & Co. in die ETH-Bibliothek ein. Dr. Meda Diana Hotea, Leiterin Abteilung Rara und Karten der ETH-Bibliothek, nahm die Teilnehmer mit auf eine Reise quer durch die Geschichte der alten Drucke. Im Anschluss erhielten die Gäste die Gelegenheit, vier Stipendiaten des «Excellence Scholarship & Opportunity Programme» (ESOP) persönlich kennenzulernen.

ETH Foundation
Die Donatoren der ETH Foundation lauschen dem Vortrag

Als die ETH-Bibliothek 1855 gegründet wurde, besass sie 31 alte Drucke, wie das Verzeichnis der Bibliothek des Schweizerischen Polytechnikums aufzeigt. Heute hat die Bibliothek stolze 75‘000 Bände aus dem 15. bis 19. Jahrhundert in ihrem Bestand. Darunter sehr rare Exemplare von Naturwissenschaftlern wie Johannes Kepler, Galileo Galilei oder Nikolaus Kopernikus, die unser Weltbild und die astronomische Forschung für immer verändert haben.

Bestanderhaltung und Digitalisierung

Die Aufgabe der ETH-Bibliothek, erklärte Meda Diana Hotea in ihrer Begrüssung, liege in der Bestanderhaltung und Zugänglichmachung der alten Drucke. Dies beinhaltet auch das Digitalisieren. Rund 12‘000 alte Drucke sowie 860 Karten wurden in den letzten Jahren digitalisiert und der Öffentlichkeit kostenlos zugänglich gemacht (www.e-rara.ch). Die ETH-Bibliothek verfügt über mehrere Plattformen, in denen man nicht nur diese alten Drucke, sondern auch Abbildungen und Karten kostenlos herunterladen kann (www.library.ethz.ch). Nach einer spannenden Einleitung, bei der die aufmerksamen Zuhörer viel über die Geschichte der ETH-Bibliothek und die modernen Online-Angebote erfuhren, durften die Teilnehmer anschliessend mehrere rare Werke bestaunen, welche Frau Hotea ausgesucht und auf Kissen platziert zur Schau stellte. 

Raritäten im Fokus

Mit grosser Passion und Begeisterung präsentierte Frau Hotea ihre seltenen Drucke. Dabei waren kostbare Schätze wie Claudius Ptolemaeus‘ "Almagestum" von 1515, gedruckt im damaligen Druckzentrum Venedig, oder eine Erstausgabe von 1543 von Kopernikus‘ "De Revolutionibus Orbium Celestium" (Über die Bahnen der Himmelskörper), welches damals eine Welle der Empörung auslöste und 1616 von der Katholischen Kirche verboten wurde. Auch ein seltenes Exemplar von Galileo Galilei’s "Sidereus nuncius", Venedig 1610, ist im Besitz der ETH-Bibliothek. Im Exemplar der ETH-Bibliothek fehlen die Kupferstiche des Mondes. Galilei erwähnte in einem Brief, dass 30 Exemplare ohne Kupferstiche existierten. Es ist nachgewiesen, dass es von diesen 30 heute noch genau zwölf Exemplare weltweit gibt. Weiter konnten die Zuschauer auch wunderschöne Atlanten und Bilderbände bewundern. Gespannt hörten die Teilnehmer den Erzählungen zu und stellten rege Fragen.

Vom Buch zum Scan

Im Anschluss stand eine Besichtigung des DigiCenters der ETH-Bibliothek auf dem Programm. Hier konnten sich die Teilnehmer ein Bild machen, wie ein Buch digitalisiert wird und konnten den Mitarbeitenden über die Schultern schauen. Regina Wanger, Leiterin des DigiCenters, erläuterte die verschiedenen Arbeitsschritte. Bei Kaffee und Kuchen im Lesesaal der Sammlungen und Archive der ETH-Bibliothek erhielten die Gäste nach Abschluss der Führung nicht nur die Gelegenheit, sich noch weiter mit der Leiterin der Abteilung Rara und Karten zu unterhalten, sondern konnten sich zudem mit den vier anwesenden ESOP-Studierenden auszutauschen und mehr über ihr Studium erfahren.

ESOP-Programm

Mit dem Excellence Scholarship & Opportunity Programme (ESOP) fördert die ETH Zürich hervorragende Master-Studierende. Es startete 2007 mit zwölf Stipendiaten. 2016 erhielten 53 Masterstudierende ein ESOP-Stipendium. Die bisher 336 ESOP-Stipendiaten stammen aus 46 Nationen, davon 99 aus der Schweiz. Rund 35 Prozent der ESOP-Studierenden sind Frauen. Seit 2012 werden neue Stipendien vollständig durch Donationen an die ETH Zürich Foundation finanziert. Rund 3500 Alumni haben mit Spenden dazu beigetragen (www.ethz-foundation.ch)

 
 
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Fri Apr 28 15:47:07 CEST 2017
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