Die Industrie der temporären Entsorgung

28.04.2017 | OG Basel Alumni

Von:  Giovanni Bonavia

Am Samstag, 25. März 2017, machten sich 14 Alumni der Ortsgruppe Basel auf den Weg zur Deponie Elbisgraben, um mehr über die Entsorgung von Abfall aus den beiden Basel zu erfahren. Dabei erhielten sie einen spannenden Einblick in die verschiedenen Entsorgungsvorgänge. Krönender Abschluss war ein Vortrag beim Mittagessen durch  Prof. Dr. Rolf Schäfer von der Flint-Holding AG.

OG Basel in der Deponie Elbisgraben
OG Basel in der Deponie Elbisgraben

Um zur Deponie zu gelangen, mussten die Teilnehmer durch den 1993 eigens erstellen, 650 Meter langen Zufahrstunnel fahren. Dieser wird täglich von rund 300 Lastwagen durchquert, welche Abfall der beiden Basel zur Deponie bringen. Bis zum Ende des letzten Jahrhunderts war der Lindenstock eine Allround-Deponie, wo unter anderem ganze Autowracks der Sanierung harrten.

Gewinnung von Eisen, Aluminium und „Gold“

Die Deponie Elbisgraben hat ungefähr Dreiecksform mit einer Seitenlänge von ca. 400 Metern. Die Höhe wächst jedes Jahr um Meter und beträgt derzeit beinahe vierzig Meter. Rot gefärbte Asche aus der Verbrennung vom Klärschlamm aus den ARA’s der Nordwestschweiz wird als zukünftige Quelle von Phosphor separat eingelagert: Die sehr inhomogene und reichlich mit Metallen versehene Asche aus der KVA-Basel wartet auf die Sichtung, aus der man in einer ersten Phase gewinnbringend Eisen, Aluminium und „Gold“ zurückgewinnt.

Chance für die Natur

Die Deponie Elbisgraben erlebt an der Oberfläche täglich Veränderungen, die 35 Meter dicke und mit Kontrollleitungen versehene „Ur-Deponie mit Haushaltkehricht“ ist erschöpft und liefert nur unbrauchbare kleine Mengen Gase. Zwischen 1992 und 2015 wurden aber 45 Mio. Kubikmeter Gas gefördert und zur Fernwärme Liestal geleitet. Zur Stabilisierung der ganzen Anlage wurde auf der Talseite ein Damm hochgezogen. Der darüber künstlich und künstlerisch renaturierte Hang ermöglicht die Ansiedelung von selektierter Flora und Fauna, was langfristig für die Natur einen Mehrwert bedeutet. Unvorstellbar ist, dass der Elbisgraben noch weitere 35 Meter in die Höhe wachsen kann.

Kompetente Führung

Der Führer Pablo Schori bewies den Alumni eindrücklich mit seiner Kurzvorstellung und insbesondere danach mit den kompetenten und vollständigen Antworten von jeder Frage, dass das Amt für Industrielle Betriebe des Kanton Basel-Landschaft eine hervorragende, vertrauenswürdige und nachhaltige Leistung zu Gunsten der ganzen Region erbringt. Mit dem kompetenten Betrieb der vor sieben Jahren eröffneten Deponie Höli im Bann der Bürgergemeinde Liestal ist auch mittelfristig die Deponie von „inerten Stoffen“ aus grösseren Baustellen möglich.

Dohnen im Einsatz

Erstaunlich sind die Logistik und die zielbewusste Bewegung/Verarbeitung/Einsatz der lokalen Materialien (Humus-Deckschicht, Kalk, Mergel, Baumstrunks, usw.) sowie die strikte Kontrolle der Lieferungen und die Planung der Kompaktierung durch den routinemässigen Materialtransport.
Mit dem Einsatz von Drohnen und vom GPS auf der Backer-Schaufel wird die Endgeometrie der künstlichen Hügel gestaltet und überprüft und bald übernehmen die Weidenstengel die erste Renaturierung.

Mittagessen im «Chez Rodolfo»

Das Wetter ermöglichte auch wunderbare Ausblicke in die Hügellandschaft bis nach Basel und stimmte positiv ein auf ein gepflegtes Mittagessen im «Chez Rodolfo» in Arisdorf. Prof. Dr. Rolf Schäfer gab einen kurzen Einblick in die Aktivität der Flint-Holding AG von Bubendorf, die sehr gut läuft und chemische Vehikel entwickelt und produziert, die für den zielgerichteten Transport von Wirkstoffen im Organismus (z.B. für die Chemotherapie oder in der Ophtalmologie) eingesetzt werden.

Grosser Anklang

Die Führung stiess auf grossen Anklang bei den Teilnehmenden. Organisator Giovanni Bonavia wird auch in Zukunft ähnliche Ausflüge organisieren. Rolf Schäfer, Pablo Schori, dem Wirt von «Chez Rodolfo» und allen Teilenehmenden möchte die OG Basel Alumni ihren Dank ausrichten für den gelungenen Anlass.

„Die Elbisgraben-Führung war ein Augenöffner und das Gespräch beim Essen mit Herr Prof. Schäfer zeigt, was alles möglich ist. Sehr spannend!!" ETH Alumnus Guido Nigg
 
 
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22.07.2017
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