Neues Weiterbildungsangebot: MAS ETH Mediation in Peace Processes

26.04.2017 | Alumni Porträts, CSS Alumni

Von:  Judith Setz

Das Center for Security Studies (CSS) bietet neu den MAS ETH Mediation in Peace Processes an. Das Programm richtet sind an Personen mit Berufserfahrung in Friedensprozessen und fragilen Kontexten aus der Schweiz und aus dem Ausland. Studienleiter und ETH Alumnus Prof. Andreas Wenger, Ordentlicher Professor am Departement Geistes-, Sozial- und Staatswissenschaften und Leiter des Center for Security Studies spricht über das neue Weiterbildungsangebot.

Prof. Andreas Wenger
Prof. Andreas Wenger

Das Center for Security Studies (CSS) bietet neu den MAS ETH Mediation in Peace Processes an. An wen richtet sich diese Weiterbildung?

Das MAS-Programm will die nächste Generation von Mediatoren für eine effektive Mediation in gewaltsamen politischen Konflikten vorbereiten. Es richtet sich an Personen mit Berufserfahrung in Friedensprozessen und fragilen Kontexten aus der Schweiz und aus dem Ausland. Es bietet Aussenministerien und internationalen Organisationen wie der UNO, der OSZE und der EU ein Angebot zur strukturierten Stärkung ihrer Mediationskapazitäten an einer global führenden Hochschule.

Was erwartet die Kursteilnehmenden? Wie ist der Kurs aufgebaut?

Der MAS ETH Mediation in Peace Processes vermittelt den Studierenden die Fähigkeit, lokale, innerstaatliche, internationalisierte und international gewaltsame Konflikte zu analysieren und zu verstehen sowie davon ausgehend mediationsspezifische Lösungsansätze zu entwickeln und umzusetzen. Das Curriculum beruht auf einem Grundverständnis von Mediation als Prozess, in welchem die Konfliktparteien gemeinsam über den Inhalt eines Friedensvertrages entscheiden und in welchem der Mediator den Verhandlungsprozess formt und gestaltet. Dabei sind Inhalt und Prozess gleichermassen wichtige Bestandteile der Mediation. Die Hauptfunktion des Mediators ist die Planung und Umsetzung des Prozesses, was auch die Förderung des Austausches zwischen den Konfliktparteien beinhaltet. Das Weiterbildungsprogramm stattet die Absolventen mit Wissen, Fähigkeiten und Techniken aus, um in multidisziplinären Teams zu wirken. Sie kennen Theorie und Praxis von Mediation in Friedensprozessen und beherrschen Konfliktanalyse, Mediationsprozessdesign, vielfältige Mediationstechniken und die praktische Organisation von Mediation.

Wie verläuft der Anmeldeprozess? Wer kann sich anmelden?

Die Anmeldung für das MAS-Programm erfolgt über die Online-Plattform Eapply des Zentrums für Weiterbildung (ZfW). Das ZfW ist für die Zulassung zuständig und organisiert den ganzen Anmeldeprozess vom Erstkontakt bis zur Immatrikulation. Bewerben können sich Einzelpersonen, die über einen Hochschulabschluss, praktische Arbeitserfahrung in Friedensprozessen oder fragilen Kontexten, exzellente Englischkenntnisse sowie über Laufbahnperspektiven in der Mediation gewaltsamer politischer Konflikte verfügen. Ein beträchtlicher Teil der Studierenden wird von Aussenministerien und internationalen Organisationen entsandt werden. Für Bewerberinnen und Bewerber aus Nicht-OECD-Ländern steht eine kleine Zahl von Stipendien zur Verfügung. Die Zahl der Teilnehmenden ist auf maximal 24 Personen begrenzt, um einen interaktiven und praxisorientierten Unterricht zu ermöglichen. 

Wann beginnt der Kurs und wie lange dauert er?

Das MAS-Programm beginnt alle zwei Jahre – das erste Mal im November 2017 – und dauert berufsbegleitend drei Semester. Das Curriculum besteht aus sechs zwei- oder drei-wöchigen Themenblöcken – Konfliktanalyse; Verhandlungs- und Mediationstheorie; Inhalte von Friedensverträgen; Mediationsprozessdesign; Mediationstechniken, Mediationssimulation – an der ETH Zürich, auf die sich die Studierenden selbständig vorbereiten, und je einer multidisziplinären Literaturarbeit und einer praxisorientierten Projektarbeit. Das MAS-Programm umfasst 60 „European Credit Transfer and Accumulation System (ECTS)“-Punkte.

Was für berufliche Möglichkeiten eröffnen sich den Absolventen nach erfolgreichem Abschluss?

Das Weiterbildungsprogramm verbindet Wissenschaft mit Politik und Praxis und bietet Studierenden aller Disziplinen eine inspirierende Umgebung, in welcher sie sich für eine Karriere in der Mediation von Friedensprozessen qualifizieren können. Das erfolgreiche Bestehen des Programms berechtigt die Studierenden, den Titel „MAS ETH Mediation in Peace Processes“ zu führen. Eine entsprechende berufliche Laufbahn kann beispielsweise in der „Mediation Support Unit“ einer internationalen oder regionalen Organisation, eines Aussenministeriums oder einer im Bereich der Mediation tätigen NGO beginnen und sich auf Konfliktkontexte ohne formellen „Track 1“-Mediationsprozess konzentrieren. Die Arbeit im Team eines „Track 1“-Mediators im Kontext eines laufenden Friedensprozesses erfordert beträchtliche praktische Erfahrung und erfolgt damit meist erst im weiteren Verlauf der beruflichen Laufbahn.

Welches sind die wichtigsten Partner des Weiterbildungsprogrammes?

Das MAS-Programm wird vom Departement Geistes-, Sozial- und Staatswissenschaften (D-GESS) der ETH getragen und in enger Zusammenarbeit mit der Abteilung Menschliche Sicherheit im Eidgenössischen Departement für auswärtige Angelegenheiten umgesetzt. Das qualitativ hochwertige Weiterbildungsprogramm wird getragen durch die Kombination einer global führenden Hochschule in einem Land, dessen Engagement für Frieden und Sicherheit international anerkannt wird. Weitere Aussenministerien, beispielsweise diejenigen Deutschlands und Finnlands, sowie internationale Organisationen wie die UNO, die OSZE und die EU haben dem Programm ihre Unterstützung zugesagt. Das Programm schliesst eine Lücke im internationalen Ausbildungsangebot und leistet einen international sichtbaren Beitrag zur Professionalisierung der Mediationsausbildung.

Mehr Informationen zum Studiengang und zur Anmeldung finden Du hier.

 
 
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Sat May 27 22:56:27 CEST 2017
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