Familienausflug ins Berner Seeland

04.07.2017 | OG Bern Alumni

Von:  Andreas von Waldkirch

Am 10. Juni machte sich die Ortsgruppe Bern Alumni auf die Spuren der Juragewässerkorrektion. Die Alumni starteten beim Schloss Nidau und lernten nicht nur einiges über die Geschichte der Juragewässer, sondern erlebten auch einen gemütlichen Tag auf den Flüssen und Kanälen des Juras. 

Die Alumni der OG Bern
Die Alumni der OG Bern

Die Reise begann im Schloss Nidau, wo die Alumni ein kleines Museum erwartete, welches die Geschichte der beiden Juragewässerkorrektionen von 1868-1885 und 1962-1973 erzählte. Weiter informierte das Museum über die Seeländerumwelt seit der letzten Eiszeit und über das 19. Jahrhundert, im Speziellen über den Initiator der Juragewässerkorrektionen, Johann Rudolf Schneider, seinerzeit Arzt, Grossrat, Regierungsrat und Nationalrat.

Die Besten ihres Faches

Schon vor dem Einmarsch der Franzosen gaben die Gnädigen Herren in Bern Projekte in Auftrag, um den regelmässig auftretenden Überschwemmungen Herr zu werden. Dazu beauftragten sie die besten Ingenieure ihrer Zeit, wie Andreas Lanz (Projekt der Linthkorrektion), Johann Gottfried Tulla (er korrigiert den Rhein zwischen Basel und Karlsruhe) und Luigi Negrelli (Projekt des Suezkanals, Erbauer der Spanischbrötli- und Brenner-Eisenbahn). Die 1. Juragewässerkorrektionen konnte dann allerdings erst ab 1868 in Angriff genommen werden. Das Projekt des Bündner Kantonsingenieurs Richard La Nicca umfasste die Hauptwerke „Einleitung der Aare in den Bielersee und mit dem Nidau-Bürenkanal wieder heraus“ sowie „Absenkung der Juraseen um 2.5 m“. Mit der 2. Juragewässerkorrektionen wurden durch massive Verbreiterung von Zihl und Broye die drei Seen zu einem Einheitssee verbunden. Damit konnten grosse Aarehochwässer vom Bielersee in den Neuenburgersee geleitet und dort zurückgehalten werden.

Per Schiff von Biel nach Solothurn

Nach dem Museumsbesuch ging es per Schiff 30 km von Biel nach Solothurn. Dabei passierten die Alumni zuerst den Nidau-Bürenkanal der 1. Juragewässerkorrektionen, die naturbelassene Aare und anschliessend das Wehr in Port. Dort werden die Seespiegel geregelt, und zwar von Bern aus. Dabei darf nie mehr als 850 m3/s Wasser flussabwärts fliessen, um die Kantone Solothurn und Aargau nicht zu überschwemmen. Kommt noch die Emme hinzu, die unterhalb von Solothurn in die Aare fliesst (bei Hochwasser mit 600 m3/s), muss der Abfluss aus den Juraseen fast ganz gedrosselt werden. Das Wehr wurde 1936 als Ersatz für das alte Nadelwehr erbaut. Über die Schiffsschleuse wird das Kursschiff um ca. 3 m auf das Niveau des Unterwassers abgesenkt. Diese Höhendifferenz wird seit 1995 noch durch ein Kleinkraftwerk unmittelbar neben dem Wehr verstromt.

Mit dem Schmalspurbähnli zurück nach Bern

Es folgte bei bestem Wetter die gemütliche Schifffahrt durch eine liebliche Landschaft. Die Ufer waren von Hecken und Bäumen gesäumt, es tummelten sich viele Wasservögel und moderne Aarebrücken wurden unterfahren. Vorbei ging es am ehemaligen Prämonstratenser-Kloster Gottstatt und dem Naturschutzgebiet des Häftli (hier schneidet der Nidau-Bürenkanal eine grosse alte Flussschleife ab). Dann unter der Holzbrücke von Büren an der Aare durch, die 1990 die abgefackelte frühere Holzbrücke von 1821 ersetzte. Es ist die neunte Brücke an dieser Stelle! Es folgte Altreu mit der Storchenkolonie, wobei die Dächer des Weilers mit Störchen voll besetzt waren. Dann tauchte die Barockstadt von Solothurn auf. Von dort aus ging es mit dem Schmalspurbähnli heim nach Bern.

 
 
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