Palacinema Locarno: vom Traum zur Realität

10.07.2017 | OG Ticino Alumni

Von:  Rudi Belotti

Unter der Leitung vom Architekt und ETH Alumnus Fabrizio Gellera besuchte die Ortsgruppe Ticino Alumni am 9. Juni den Palazzo del Cinema in Locarno, der in wenige Wochen offiziell neu eröffnet wird. Die neuen Kinosäle wurden für das 70-Jahre-Jubiläum des Filmfestivals entworfen und die ETH Alumni durften bei ihrer Führung vorab einen exklusiven Blick hinter die Kulissen werfen.

Das Palacinema Locarno
Das Palacinema Locarno

Von aussen erkennt man das Gebäude an seiner bemerkenswerten kinetischen Fassade, die an die ursprüngliche Struktur des alten Gebäudes angebracht wurde. Der originelle Metallbau mit seinen 42‘000 goldfarbigen Metallblättern wurde durch die Firma Ghidoni erstellt. Wenn der Wind die Metallblättchen bewegt, erinnert die Fassade an die Ikone des Locarno Filmfestivals, den Leoparden.

Aus alt wird neu

Für die Bevölkerung von Locarno hat der Palazzo einen besonderen Stellenwert. Viele der heutigen Erwachsenen absolvierten dort die Primarschule. Nun erstrahlt das Gebäude als Kinopalast im neuen Glanz. Architekt Fabrizio Gellera, Projektleiter des Umbaus, erklärte den Alumni, dass die Ausschreibung Raum für Kreativität liess. Die flexible Definition von Einschränkungen und Begehren erlaubte es, ein originelles Projekt zu realisieren, aber gleichzeitig die Innenseite des Gebäudes zu erhalten.

Herausforderungen mussten gemeistert werden

Die Einhaltung des Budgets von 35 Mio. Schweizer Franken und des Projektplanes waren gemäss Fabrizio Gellera einige Herausforderungen, die beim Umbau gemeistert werden mussten. Bei der Führung erfuhren die Alumni nicht nur die technischen Aspekte, sondern weitere spannende Details. So musste die Baustelle mehrmals gestoppt werden, beispielsweise, als im Untergeschoss alte Räumlichkeiten entdeckt wurden und zuerst die nötigen Abklärungen durchgeführt werden mussten.

Mit Motivation und Leidenshaft

Gemäss dem Projektleiter waren Motivation und Leidenshaft die Hauptzutaten, mit denen gearbeitet wurde, um die Ziele zu erreichen. Damit, so Fabrizio Gellera, können alle Schwierigkeiten gelöst werden. Die Klimaanlage stellte nämlich ein weiteres Problem dar, nachdem sich herausgestellt hatte, dass die Temperatur des Wassers für die Klimatisierung zu hoch berechnet worden war. Als Lösung konnte man glücklicherweise eine alternative Wasserquelle wählen: ein Kanal des 19. Jahrhunderts garantiert nun eine Temperatur von 7/8°C, die für die Klimatisierung geeignet ist.

Die OG Ticino Alumni war begeistert vom Besuch des neuen Palazzo del Cinema und genoss den Blick hinter die Kulissen der Baustelle und wünscht viel Erfolg beim Projektabschluss und den Kinoliebhabern viel Spass in den neuen Kinosälen.

 
 
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27.07.2017
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